
Anmerkungen zum getanzten „Sommenachtstraum“ nach Shakespeare.
Cottbus. Gewagt und gewonnen – so lässt sich das Projekt „Sommernachtstraum“ des Cottbuser Ballett-Ensembles im grünen Innenhof der Alvensleben-Kaserne zusammenfassen. Dort hatte es mehrere Jahre lang sehenswerte spartenübergreifende Sommerspektakel gegeben. Im Unglücksjahr 2018 des Staatstheaters wurde auch das ein Fiasko.
Doch wie Phoenix aus der Asche ist der theatralische Ort wieder da – bespielt mit grandiosem Erfolg vom Ballett, das erst im Dezember wieder zur eigenständigen Sparte wuchs. Direktor Dirk Neumann hat zusammen mit Jason Sabrou (einst der Dorian Gray in einer wunderbaren Cottbuser Inszenierung) eine Choreografie zur köstlichen Shakespearschen Wechselgeschichte erarbeitet. Das Libretto von Michael Böhnisch verkürzt den Klassiker auf die handlungsreichsten Bilder, und so springen, tanzen, schweben, rollen und purzeln die Figuren märchenhaft über die schöne große Bühne, dass ein jeder auf den gut gebauten Plätzen seine helle Freude hat.
Hans-Holger Schmidt hat ein Bühnenbild hinter die Tanzfläche gehängt, das zunächst Athen im Mondenschein zeigt. Das wirkte sogar bei gleißender Sonne am hellen Sonntagnachmittag. Es fällt dann einfach zu Boden und gibt den Elfenwald frei, in dem sich der größte Teil der fröhlichen Handlung zuträgt. Im Mittelpunkt stehen Hermia (Venira Welijan), Helena (Andrea Masotti), Lysander (Stefan Kulhawec) und Demetrius (Alexander Teutscher). Es gilt, die Paare zu ordnen. Bis dahin können die Damen im Glück und Zorn wirbeln und fliegen. Die Herren gebärden sich (großartiger Höhepunkt des Balletts) als kraftvolle Kampfhähne, und es gibt bilderbuchschöne Szenen zu zweit.
Die Lacher auf seiner Seite hat Zettel (Istvan Farkas), dieser Handwerker im Bruchpilotenhelm, der später ein Esel wird, und der partout das Tanzen nicht begreifen will. Der Träger des märchenhaften Geistes ist der behende Puck von Jhonatan Arias Gómez. Elfenkönig Oberon ist Simone Zannini, dessen Frau Titania die artistisch begeisternde Inmaculada Marin López. Als weitere Elfen (und Handwerker) tanzen Ana Dordevic, Denise Ruddock, Raffaele Scicchitano und Thomas Edward Hart.
Die Harmonie überwältigt! Nur noch bis kommenden Mittwoch wird das Ballett noch gezeigt. Großes Kompliment allen! J.Hnr.
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