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Staasttheater Cottbus: Intendanz-Dialoge der Zwischenzeit

Kultur & Service | Von | 23. November 2018

René Serge Mund will das Haus hörend lenken / Konzertnachhall im Kuppelfoyer

Cottbus (h.) Sehr, sehr lang hielt der Beifall an für Alexander Merzyns souveräne Interpretation der 5. Sinfonie von Tschaikowski (e.Moll op.64), stürmisch waren die Ovationen für Bernd Glemsers Tastenzauber nach Rachmaninow (Klavierkonzert Nr.1 fis-Moll op 1) und hochemotional die Reaktion nach der Zugabe des Pianisten, der Franz Schuberts „Ständchen“ (eine Bearbeitung nach dem eigenem „Leise flehen meine Lieder“) ausgewählt hatte. Aus der Stille des Raumes befreite ein männliches Seufzen: „Mann, war das schön!“ Glemser lachte und der Jubel brauste auf. Gegen all dies blieb die Uraufführung am Anfang jedoch nicht mehr, als eine geordnete Sammlung von Geräuschen – aber auch Constant Goddard empfing höflichen Beifall.
Ein wunderbares 3. Philharmonisches Konzert, so waren sich die anschließend im Kuppelfoyer versammelten, teils langjährigen Abonnenten einig: „So, wie wir uns das immer wünschen.“ Nun ja – ganz einig waren sich die Konzertfreunde denn doch nicht, und René Serge Mund freute sich, dass es unterschiedlichste Wortmeldungen gab. Er müht sich als „Intendant einer Zwischenzeit, Ungereimtes aufzuarbeiten und will um der Kunst willen eigentlich nur in die Zukunft schauen. Dazu erfand er die Gesprächsreihe „Der Intendant lädt ein“ und will sie, nicht referierend, sondern viel mehr zuhörend, fortsetzen. „Müssen denn diese Uraufführungen in jedem Konzert sein?“, fragte genervt ein Ehepaar. „Müssen nicht“, antwortete der amtierende GMD Alexander Merzyn, dem nach seinem großartigen Dirigat heftige Sympatien entgegenschlugen. „Aber sie sind ein Alleinstellungsmerkmal und ein Zeichen der außerordentlichen Leistungsfähigkeit unseres Orchesters“, erläuterte er. Kein anderes deutsches Orchester könne da mithalten. Seit zehn Jahren bietet Cottbus diese meist nur fünf bis acht Minuten langen Uraufführungen – also in Summe bisher 80! Nicht alle sind große Kunst, räumt der Dirigent ein und glaubt, dass sich diese gute Tradition auf vier bis fünf Werke pro Spielzeit reduzieren ließe.
Die Hauptfrage des Abends: Wer wird neuer Chef im Orchester? Serge Mund versprach eine gute Lösung. Es gebe 130 Bewerbungen. Nach einer Vorauswahl lichtet sich schon nach Akteneinsicht der Andrang. Es bleiben vielleicht zehn oder 15 Kandidaten in der Auswahl. „Wir werden sie in Konzerten, aber auch in der Oper vordirigieren lassen“, sagt der Intendant und schließt mit einem Lob für ein hochmotiviertes Team in allen Sparten und in der Technik. Eine ganz besondere Herausforderung bleibe aber die Arbeit mit diesem exzellenten Orchester, das nicht nur sinfonische Konzerte, sondern eben auch Oper, Musical, Operette und andere Genres glänzend spielt.



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