Grenzkriminalität steigt wieder

Polizeikontrollen vor der Grenze soll Kriminalität eindämmen
Region (MB). Brandenburgs Grenzregionen leiden auch weiterhin unter einer überdurchschnittlich hohen Kriminalitätsbelastung.
Die Zahl der polizeilich registrierten Straftaten in den 24 unmittelbar an der Grenze zu ­Polen gelegenen brandenburgischen Gemeinden ist im Jahr 2013 um 1.933 Fälle auf insgesamt 22.184 Delikte gestiegen. Das entspricht einem Anstieg um rund 9,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Damit liegt die Kriminalität in der Grenzregion wieder etwa auf dem Niveau der Jahre 2010 und 2011. Dies teilte Innenminister Ralf Holzschuher heute bei einer Pressekonferenz in Potsdam mit.
Ursächlich für den Anstieg sind nach Angaben von Holzschuher insbesondere der starke Anstieg der Fallzahlen im Bereich des Aufenthalts-, Asylverfahrens- und Freizügigkeitsgesetzes. Die Gesamtkriminalität in der Grenzregion wird auch weiterhin in starkem Maße durch Eigentumsdelikte bestimmt. Gut 44 Prozent aller erfassten Straftaten waren Diebstähle. Knapp 8 900 Fälle von Diebstahl wurden im Jahr 2013 in den Grenzgemeinden Brandenburgs erfasst (+ 7,2 Prozent). Die Aufklärungsquote liegt bei 34 Prozent (2012: 32 Prozent). Eine Zunahme ist u.a. beim Diebstahl von Kraftfahrzeugen zu verzeichnen (plus 105 Fälle). Insgesamt wurden 651 Fälle von Kfz-Diebstahl erfasst. Gestiegen sind auch Diebstähle aus Firmen: 753 derartige Straftaten wurden 2013 erfasst (2012: 654). Als Gegenmaßnahme soll die Polizei mit ihren Kontrollmaßnahmen im Grenzraum zukünftig räumlich noch enger an die Grenzübergänge zur Republik Polen heranrücken .Die Polizei wird ­unmittelbar vor den Grenzübergängen Präsenz zeigen und Kontrollen durchführen. Gestärkt werden sollen zudem die operativen Fahndungskräfte der Polizeidirektionen. Die entsprechenden Kräfte der SoKo „Grenze“ werden dazu in die Polizeidirektionen überführt. Damit sei zukünftig ein Einsatz aller Fahndungs- und Unterstützungskräfte „aus einer Hand“ sichergestellt.