Schwarzheide: Wo erstmals aus Kohle Benzin wurde

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Die historische Ansichtskarte zeigte Zschornegosda, das heutige Schwarzheide

Eiche zu Kaisers Ehren gepflanzt / Feuerlöschteich Lischau mitten im Dorf: Die abgebildete Lithografie unserer letzten Ausgabe zeigte eine Ansichtskarte von Zschornegosda (Schwarzheide). Das wusste auch Günter Olzog als gebürtiger Schwarzheider: „Die dargestellte Schule ist der 1. Bauabschnitt aus dem Jahre 1902/03. Im Jahre 1911/12 wurde zu der dargestellten Schule spiegelbildlich der gleiche Bau angefügt. Im Jahre 1932 erfolgte ein weiterer Anbau und so kennen wir das Schulgebäude heute noch. Ich bin von 1947 bis 1955 und unser Sohn von 1975 bis 1985 in diese Schule gegangen. Der Bahnhof, eine Anreihung von Hütten und Schuppen, war die Haltestelle Schwarzheide West des Zuges Ruhland Kostebrau (früher bis Finsterwalde). Heute ist daraus ein Wohnhaus entstanden. Die Bahnlinie wird heute nur noch vom Schrotthandel Scholz in Lauchhammer genutzt. Die kleine Kirche kennt man in Schwarzheide als die ‘Lutherkirche’. Sie wurde in den 90-ziger Jahren aufwändig restauriert und ist heute ein schöner Fachwerkbau. Vor der Kirche ist ein Gewässer gezeichnet. Aus der Geschichte des Dorfes ist bekannt, dass die Wiese in der Dorfmitte, wo jetzt der Maibaum gestellt wird oder der Weihnachtsmarkt stattfindet, ein Teich war. Er nannte sich Lischau und war der Feuerlöschteich. Das abgebildete Gebäude ‘Schmidt’s Bäckerei’ ist heute ein Wohnhaus. Der Schriftzug ‘Kolonialwaren’ war während meiner Schulzeit 1947 bis 1955 noch zu lesen. Auf einem freien Platz vor diesem Haus steht eine Eiche, welche zu Ehren Kaiser Wilhelm gepflanzt wurde. Das Gebäude ‘Brodfabrik’ ist mir nicht bekannt und ich kann es auch keiner Bäckerei zuordnen.“
„Per Mikroskop kann man auf dem Stadtteilschild am Bahnhofsgebäude den Ortsnamen Zschornegosda erkennen“, schreibt Helmut Stephan. „Jetzt ist der Bahnhof nur noch der Haltepunkt Schwarzheide-Ost. An diesem Haltepunkt führt die Bahnlinie Senftenberg-Ruhland-Großenhain vorbei. In der Schule, an der B169 gelegen, befindet sich seit einiger Zeit eine Altpapieranlaufstelle. Hinter der Bahnlinie in nordöstlicher Richtung erstreckt sich parallel zur Autobahn BAB13 das Industriegelände der BASF Schwarzheide, vormals BRABAG (Braunkohle-Benzin Aktiengesellschaft). Hier wurde erstmals aus  Braunkohle Benzin hergestellt.“
Auch Gisela Mallkowsky kannte die richtige Lösung. Gewonnen hat diesmal Günter Olzog.