
Diesmal waren es nur wenige Zuschriften, die uns erreichten.
Georg Müller mailte uns: „Man blickt hoch droben vom Turm der Kirche St. Maria auf die südliche Taubenstraße und den Batterie-Matzk – ein fester Begriff für die DDR-Mobilität. Für Spannung also war gesorgt, spannend wurde es aber auch Ende der 80er Jahre durch die Vorbereitung des zentralen Busbahnhofes: Ja oder nein, größer oder kleiner, und die Ausfahrt wo? Die Gemüter erhitzten sich über Jahre und Vor- und Nachwende-OB hatten vielerlei Ungemach zu schlucken.
Denkmalschutz war passee, so musste z.B. auch ein Jugendstilhaus Ecke Marien-/Straße der Jugend den damaligen Absichten weichen.
Nur die altehrwürdige Taubenstraße ließ das alles unberührt. Um die Mitte des 18. Jahrhunderts erhielt sie ihren Namen nach dem 1738 erstmals erwähnten Gasthof ‘Weiße Taube’, damals nahe der Straße nach Spremberg. Sie war lange Zeit eine bedeutende Fernhandelsstraße, verlor aber durch den Bau der Bahnanlagen 1860, weil nun Richtung Süden abgeschnitten, ihre verkehrstechnische Bedeutung und blieb nur noch die Hauptverbindung zwischen der Altstadt und den Bahnhöfen. Die Bebauung wurde durch Kleingewerbebauten und vornehmlich einfache dreigeschossige Mietwohnhäusern bestimmt – das ist alles Vergangenheit.“
Leser Bernd Lattig beendet seine Zuschrift mit einer Frage: „Bei diesem Bild muss ich mich auch einmal zu Wort melden. 20 Jahre haben wir drei Häuser weiter, neben der gefragten Fa. Matzk, gewohnt. Beim Bau des Busbahnhofes mussten wir zwangsweise 1986 ausziehen.
Die Jahre davor haben wir zwei Mal die Woche die langen Schlangen, vor allem im Winter, vor dem Batteriebetrieb beobachten können. Die Trabbibatterien waren insgesamt recht kurzlebig und Kälte konnten sie am allerwenigtsten vertragen. So mußten sie öfter aufgeladen oder ausgewechselt werden. Gegenüber war der Bäcker Vollborth, dort bildeten sich die Brötchenschlangen immer samstags.
Auf dem Bild sind übrigens 13 ausgewachsene Bäume zu sehen, wo stehen die Ersatzpflanzungen?“
Horst Hauptmann hat uns eine Postkarte mit seiner Lösung geschickt: „Der Fotograf hat die Aufnahme von der Katholischen Kirche ‘Sankt Maria Friedenskönigin’ getätigt. Das Haus in der Bürgerstraße im Vordergrund sowie die Gebäude der Marienstraße am rechten Bildrand wurden im Zuge des Busbahnhof-Neubaus abgerissen. Das gleiche Schicksal ereilte auch die Häuser der nördlichen Marienstraße. Die Freifläche im Bild vorn ist heute ein kleiner Parkplatz. In dem kleinen Flachdachhaus befand sich einmal eine Batteriewerkstatt. Im Bildhintergrund sind noch Gebäude der ehemaligen Brauerei zu erkennen. Ganz hinten rechts , leider nicht mehr sichtbar auf dem Bild, befand sich das beliebte Tanzlokal Centralhotel.“
Peter Hendrick ergänzte: „Der heutige Busbahnhof lag über 30 Jahre auf meinem Weg zur Arbeit, unglaublich was sich in dieser Zeit verändert hat. Manches war dabei nicht immer zum Guten. Der Busbahnhof hätte direkt am Bahnhof sein sollen. Heute muss sich der ganze Verkehr durch die Marienstraße/Taubenstraße und Kolpingstraße wälzen. Damals war es, zumindest bis kurz vor der Wende, auch ein ziemlich ungepflegtes Gebiet.“
Ehrentraut Gebert erzählte uns aus ihren Erinnerungen: „Wir haben von 1958 bis 1960 dort gewohnt und meine Eltern und mein Bruder sogar bis zum Abriss 1987. Da bekamen sie dann die Nachricht, dass bis zum 31. März 1987 zu räumen ist. Wir haben uns alle dort sehr wohl gefühlt, weil alles in unmittelbarer Nähe war; der Tante-Emma-Laden gegenüber dem Gewerkschaftshaus, das Geschäft Vuth, und auch zwei Gaststätten waren dort. Manchmal sind wir auch in die Katholische Kirche gegangen, obwohl wir ja evangelisch sind, das war zu Silvester einmal. Für uns war das sehr spannend. Übrigens hängt das Bild als Fotografie im Flur eines unserer Verwandten.“
Auch Gudrun Henn, Monika Hamacher, Richard Adolph, Wolfgang Engelmann, Susanne Haupt, Elisabeth Winter und Jens Pumpa haben uns die richtige Lösung geschrieben.















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