Forst: Blick in Richtung Berliner Platz

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Gut in Erinnerung ist hier der Arzt Dr. Rösner geblieben

Vieler Leser erkannten die Frankfurter Straße der Neißestadt:
Herbert Schulze aus Forst weiß: „Beim Bilderrätsel handelt es sich um einen Blick in die Frankfurter Straße. Links erkennt man die Einfahrt in die Hochstraße zwischen der Turnhalle und dem Evangelischen Gemeindehaus. In den Geschäften auf der rechten Seite waren nach meiner Erinnerung ein Friseur und ein Kohlehandel. Hinter den Gebäuden auf der rechten Seite gelangt man
zum Eingang in den Stadtpark Mitte. Zwischen diesem Eingang und den sichtbaren Gebäuden war in früheren Zeiten ein interessantes Grundstück mit Gebäude, das in meiner Kinderzeit als evangelischer Kindergarten genutzt wurde. Beigefügt habe ich Ihnen ein Foto mit einer etwas anderen Perspektive.“
Gerda Kubaschk schreibt: „Der Fotograf stand an der Kreuzung Gymnasialstraße und Frankfurter Straße. Es ist die Frankfurter Straße, die man hier sieht. Fotografiert wurde in Richtung Berliner Platz. Links ist knapp die Turnhalle des Gymnasiums zu sehen. Das große Gebäude gehörte der evangelischen Kirche, es war ein Altersheim. Nach 1945 hatten wir gar keine Kirche in Forst mehr, deshalb bin ich in diesem Gebäude 1948 konfirmiert worden, es nannte sich Notkirche.  Die Nikolaikirche war ausgebrannt. Die Bachkirche war eine Spendenkirche der Schweden, die viel Holz schickten und jeder Forster brachte einen Mauerstein mit, sodass diese Kirche gebaut werden konnte.
Zurück zum Foto: Hinter der Notkirche sieht man Bäume, das Areal gehörte auch zur Kirche, dahinter gab es ein weiteres Gebäude, wo wir Konfirmandenunterricht hatten. Das Haus ist aber nicht zu sehen. Das sichtbare Haus hinter der Notkirche gehörte Dr. Rösner, der dort eine Hausarztpraxis betrieb. Er war Anfang der 1950er-Jahre schon ein alter Herr. Er wurde immer von seiner Frau gefahren, wenn er alte Menschen auf den Dörfern betreute. Die konnten ja nicht in die Stadt kommen. Immer wenn der Arzt bei den Patienten war, nutzte sie die Zeit zum Stricken. Zu den Häusern rechts kann ich leider nichts sagen“.
Petra und Dirk Habel erinnert das Foto an eine schöne Zeit: „Zu sehen ist auf diesem Bild die Hornickstraße  heute Frankfurter Straße aus Richtung Krankenhaus kommend. Meine Oma hat viele Jahre in der Hornickstraße 19 gewohnt. In diesem Haus, welches Dr. Rösner gehörte, waren zwei Ladengeschäfte, der Schmuck- und Uhrenladen Renner und der Süßwarenladen ‘Süße Quelle’. Als meine Oma 1983 gestorben ist, zogen wir in ihre Wohnung. Wohnraum war damals knapp bemessen. Deshalb freuten wir uns sehr darüber, als wir die Wohnung bekommen haben. Wir wohnten aber nur knapp zwei Jahre dort, denn wir waren in der Zwischenzeit zu dritt. Aber trotzdem war es eine schöne Zeit.“
Michael Schulz aus Dessau-Roßlau schreibt: „Auf ‘Heimaturlaub’ und Besuch meiner Eltern bekam ich den Märkichen Boten in die Hand und erkannte sofort die Turnhalle der EOS wieder, welche sich im linken vorderen Teil des Bildes befindet. Es ist also der Blick durch die Frankfurter Straße Richtung neues Kaufland und Stadtzentrum. In Erinnerung sind mir die vielen Liter Schweiß, welche ich unter Anleitung verschiedener Sportlehrer in dieser Turnhalle lassen durfte. Unvergessen Herr Laube, eine Ikone der Sportlehrerschaft in Forst.“
In Manfred Meier wurden Kindheitserinnerungen  geweckt: „In dem Haus mit den beiden Läden, in denen sich zunächst ein Friseur (Feiert) und ein Schuster (Keller) befand, habe ich von 1945 bis 1961 meine Kindheit und Jugend verbracht. Dieses Haus wurde vor einigen Jahren leider abgerissen, zuvor hatt der Kohlehandel den Friseur (inzwischen Piater) abgelöst. Die Schwarze Jule fuhr mehrmals täglich daran vorbei und verursachte deutliche Erschütterungen und Rauchbelästigungen, es war gefährlich, die Fenster offen zu lassen, weil der Funkenflug einen Brand hätte verursachen können. Es kam auch vor, dass mal ein Kohlewagen aus den Schienen sprang. Solche Probleme wurden aber ohne fremde Hilfe von dem Bahnpersonal gelöst. Für uns Jungen war das natürlich immer ein besonderes Erlebnis, ebenso das Rangieren in der Hochstraße, wo sich zwei Weichen befanden. Am rechten Rand des Bildes, allerdings nicht mehr zu erkennen, gab es nach dem Kriegsende einmal ein Musikgeschäft (Neuhäuser), wo ich niemals vorbeigehen konnte, ohne einen Blick in das Schaufenster zu werfen. Mein erstes Akkordeon kauften meine Eltern natürlich dort. Links im Bild sieht man die Turnhalle, die nicht nur für die angrenzende Schule genutzt wurde. Nach der Hochstraßeneinmündung ist ein Gebäude zu sehen, das die evangelische Kirchengemeinde nutzt. Dort befand sich lang Jahre das Stöckerheim. Gegenüber gab es einen Kindergarten. Das dazugehörige Haus und die Außenanlage existieren nicht mehr. Die  im Hintergrund erkennbare Häuserfront  ist noch erhalten geblieben ,allerdings haben die dort vorhandenen Ladeneinheiten mehrfach die Besitzer gewechslt und stehen jetzt teilweise leer.“
Wolfgang Schenk schreibt: „Ich vermute, das Foto stammt aus den 40er-Jahren. Neben dem kirchlichen Gebäude stand das Bürgerhaus Nummer 19. Im Erdgeschoss gab es kleinere Geschäfte. Zu meiner Zeit im Jahr 1962 eröffnete hier Günter Bauer seine eigene kleine Zoohandlung. Später führte seine Tochter Eveline das Geschäft weiter. In der zweiten Etage über dem Geschäft hatte Dr. Rösner seine Praxis. Das letzte Haus in Richtung Berliner Platz war bis 1945 das Kaufhaus Broschmann. Gegenüber befand sich die Ruine der Commerz- und Privatbank mit dem Café Hohenzollern in der ersten Etage. Darauf folgte eine chemische Reinigung. Der Friedhof sollte Mitte der 50-er Jahre ein kleiner Tierpark werden, da Cottbus im Jahr 1954 ausgesetzt hatte. Das kam aber glücklichweise nicht zustande und der Tierpark blieb in Cottbus. Heute ist der einstige Friedhof ein Park. Nach dem Park folgte der evangelische Kindergarten, der inzwischen abgrissen wurde. Im Erdgeschoss des mittelerern Bürgerhauses auf der rechten Seite wohnte eine ältere Dame, die eine Kunststopferei und Kunststickerei unterhielt“.
Ein gerahmtes Foto gewinnen Petra und Dirk Habel.
Herzlichen Glückwunsch!