Cottbus: Der wilde Parkplatz am „Paulaner“

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Anstelle des fehlenden Hause Bildmitte links war über 40 Jahre ein unbefestigter Platz

Standort des früheren Kaufhauses Richter blieb vier Jahrzehnte unbebaut
Etwas rätselhaft, aber doch richtig hat unser Dauerrater die Lösung in seinem mail-Nest versteckt: „Die Sandower Straße 2 bis 5 waren 1945 Kriegsverlust, bis 1988 Brache, dabei wilder Parkplatz. Es ist eine ungeschickte Bildrelation, aber zwei von meinen letzthin geschätzten 20 Bäumen spenden Trost – die Sache mit dem Platz. Platzanweiser Georg Müller wünscht Frohe Ostern.“
Zu Wort meldet sich Karl-Heinz Schlodder aus dem Uhrenzentrum Kolkwitz: „C) ist richtig, der unbefestigte Parkplatz, der durch den Bombenangriff 1945 mit dem Verlust der vier Häuser einschließlich dem Museum entstand. An der Stelle neben dem heutigen Haus Hummel etablierte sich in den 70er-Jahren die Familie Hartmann mit Bratwurst. Danach gingen sie dann zur Schlosskirche, und später eröffnete sie dann das Eiscafé am Schillerplatz. Bestaunenswert ist auch im Hintergrund das damalige alte Rathaus von Cottbus mit seinem Turm, Feuerglocke, Turmuhr mit Mondphase. Dieses Rathaus ist im April 1945 in den letzten Kriegshandlungen Opfer der Flammen geworden.“

Gefragt war, um dies in Erinnerung zu rufen, nach einem Haus auf der linken Straßenseite. Völlig korrekt schreibt folglich Christian Lehm: „Nach meinem Erinnern war dieser Platz am ‘Paulaner’ unbefestigt und diente als Platz zum Abstellen von Fahrzeugen. Vorher soll dort ein Geschäft gewesen sein, das vorrangig wendische Kleidungsstücke und ähnliches vertrieb. Offensichtlich ist es im Krieg zerstört worden.“
Bei erwähntem Haus handelte es sich um ein Textilkaufhaus Richter, das eine spezielle Abteilung hatte für wendischen Trachtenbedarf – also Tuche, Spitzen, Garne und ähnliches. In früheren Cottbus-Publikationen begegnet man bisweilen den ganzseitigen Anzeigen.
Stefan Kreutz ist sich ganz sicher: „Da war zur Sandower Straße hin ein einfaches Geländer, sonst nichts. Von der Gertraudtenstraße aus konnte der freie Platz, der bis zur Mühlenstraße reichte, befahren werden.  Ich habe selbst, wenn ich im ‘Paulaner’ die unnachahmliche Kohlroulade (2,10 Ostmark) essen wollte, meinen Trabi hier geparkt. Oder es wenigstens versucht. Meist war alles voll. Nur abends war frei. Die Biertrinker, die es in der Kneipe immer reichlich gab, hüteten sich, Auto zu fahren. Da kamen die Scharen von Walter Erfurt (Verkehrspolizei)  und kassierten ab. Obwohl die selbst auch da drinnen zu finden waren. Aber das ist schon wieder eine neue Geschichte.“
Viele Leser entschieden sich für Lösung B und die Wochenmarkthalle. Auch von Stallungen des Altstoffhändlers Rühtz ist die Rede. Aber das alles wäre der Seite rechts im Bild hinter der Kirche und teils noch weiter nordwärts zuzuordnen. Dort befand sich auch das Stadtmuseum, früher die Lateinschule, an der Ludwig Leichhardt sein Abitur ablegte, um dann nach Paris und London und schließlich nach Australien zu gehen.
Zum gefragten Platz ergänzt Hannelore Schmidt: „Ich habe einmal hier geparkt und auf meinen Mann gewartet, der im alten Paulaner, also bei den Reinhardts, etwas zu bestellen hatte. Ich bin mir sicher: Da war keine Halle.“
Gewonnen hat heute K.-H. Schlodder. Glückwunsch!