
Weil sie so ausdrücklich ungleich waren, aber dennoch architektonisch eine Einheit bildeten (ähnlich den berühmten „Drei Brüdern“ in Riga) hießen sie die Drei Gleichen. Der Name entstand erst in den 1970-er Jahren, als ehrenamtliche Denkmalpflege sehr aktiv wurde. Aber gerade da wurden die unersetzlichen Häuser auf Veranlassung des Stadtbaudirektors „versehentlich“ abgerissen. Man scheute den fachlichen Aufwand der Sanierung dieser bedeutenden Denkmale. Das berichtet uns Eduard Schulze zu dem Motiv. Auch Richard Adolph, Erika Groba und andere erkannten den Platz und die Bäckerei und Gastwirtschaft der Brüder Kästner. Die Cottbuserin Irene Blaschke beschreibt die „Drei Gleichen“ genauer: „Nach der Kreuzgasse (rechts von dem dreigeschossigen Haus, d.Red.) kamen die Drei Gleichen. Das war zuerst ein kleines Lebensmittelgeschäft der Familie Apelt (abgerissen), dann folgte die Bäckerei und Konditorei der Brüder Kästner. Als drittes (nicht mehr sichtbar) kam das Giebelhaus mit der goldenen Kugel. Dies war ein Wohnhaus mit vier Hinterhäusern, zusammen für 24 Mietparteien mit 24 Kindern, die dort lebten. Ein kleiner Notausgang von den Kammerlichtspielen führte in die Kreuzgasse.“
Auch in früheren Leserbriefen zu Bildern, die diese Gegend zeigten, wurde deutlich, wie dicht die Wohnflächen in den Notjahren nach dem Krieg belegt waren. In einem Raum mit kleiner Küche lebten mitunter fünf Personen. Vermietet wurden auch Dachgeschosse, deren Mauern nur einen halben Stein dick waren, so dass im Winter trotz der Versuche zu heizen, Eiskristalle innen an den Wänden glitzerten.
Geschrieben hat zu diesem Rätselbild auch unser Leser Dieter Hermann aus Spremberg: „Zu einem Haus rechts im Bild habe ich ganz besondere persönliche Erinnerungen. In den 60er Jahren musste ich dort das Geschäft für Kleineisen und Haushaltwaren von Paul Hilpert beliefern. Ich arbeitete beim Großhandel für Haushaltwaren. Weil dicht am Gehweg gleich Straßenbahnschienen lagen, musste ich mit dem Lkw in das Gässchen dahinter. Herr Hilpert stand dort schon immer und erwartete die bescheidene Belieferung. Private und Kommissionshändler wurden in der Qualität und der Quantität im gesamten Sortiment nur zweitrangig bedient.“ Allen, die uns schrieben, herzlichen Dank.











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