Cottbus. Hier finden Gleisbauarbeiten an der Kreuzung Bahnhofstraße/Kaiser-Wilhelm-Straße für die Elektrische statt, die 1903 eingeweiht wurde

damals110129_cbAls die ‘Elektrische’ Fahrt aufnahm / Straßenbahn fuhr ab 1903 durch Cottbus / Eckgebäude heute Hotel
Georg Müller hat wieder gut Bescheid gewusst: „Der Startschuss war gegeben: Die Cottbuser Stadtverordneten hatten sich am 7. März 1900 für ein E-Werk und eine Elektrische in ihrer Stadt entschieden. Und alsbald wurden da und dort die Schienen ‘ausgepflastert’. Anfangs sollte es drei Linien geben, also die Rote vom Bahnhof bis nach Sandow, die Blaue von der Dresdner Straße bis Ströbitz und die Gelbe vom Spreewaldbahnhof bis Schmellwitz. Allen drei Linien war bestimmt, die Kreuzung an der abgebildeten Baustelle künftig zu passieren – also hier an der Kreuzung Bahnhof-/Kaiser-Friedrich-Straße. Die Gleisarbeiten insgesamt verliefen vom 28. Juni 1902 bis zum 22. Juni 1903 und fortan tramten die Cottbuser voller Regionalstolz durch ihre Stadt.“
Katrin Lehmann schrieb uns: „Eine erste Probefahrt der Cottbuser Straßenbahn über die hier verlegten Gleise erfolgte im Juli des Jahres 1903.“
Von Liselotte Hahn erfahren wir: „Das sind die Straßenbahngleise, die hier die Kaiser-Wilhelm-Straße aus der Sicht der Bahnhofstraße kreuzen.“
Horst Hauptmann schickte seine Antwort auf einer Postkarte: „Um das Foto erklären zu können, muss man in alten Literaturunterlagen nachlesen. Es handelt sich um die Gestaltung der Kreuzung Bahnhof- /Kaiser-Wilhelm-(jetzt Liebknecht)-Straße. Geradeaus wurden die Gleise über die Bahnhofstraße zum Staatsbahnhof verlegt, der Abzweig nach links im Bild führte zum Kaiser-Wilhelm-Platz (jetzt Brandenburger Platz) und durch die Sprem bis zum Oberkirchplatz.“
Von Diethart Schulz erfahren wir: „Das auf dem Foto abgebildete Gebäude wechselte ständig seinen Namen und damit auch seinen Besitzer. Ich kannte es noch unter dem Namen ‘Hotel zum Schwan’, dann war in diesem Objekt eine Broilergaststätte mit Straßenverkauf. Nach der Wende wurde es zunächst ein griechisches Restaurant, jetzt trägt es den Namen ‘Hotel am Theater’.“
Dieser Bauabschnitt mit dem Schienenstrang befand sich vor dem ehemaligen Hotel zum Schwan – Kreuzung Bahnhofstraße – Karl-Liebknecht-Straße (Kaiser-Friedrich-Straße).
Willi Röhrens mailte uns: „Das rechte Gleis ging die Karl-Liebknecht-Straße entlang, bog dann vor der Alvensleben-Kaserne links ab in die damalige Moltkestraße (heutige Lausitzer Straße) bis zum Spreewaldbahnhof. Die Moltkestraße wurde nach dem berühmten Heerführer Moltke benannt. Man konnte sogar von der Moltkestraße bis zum Nordfriedhof fahren.“
Dieter Helm erzählte am Telefon: „Hier wird gebaut. Damals gab es noch richtige Schienenkreuzungen und wenn man bedenkt, dass das Cottbuser Straßenbahnnetz innerhalb eines Jahres von 1902 bis 1903 in den Grundzügen enstand, kann man nur staunen. Schön, dass die Linien wieder nach Farben geordnet eingesetzt werden.“