
Erst auf den zweiten Blick tatsächlich erkannt
„Richtig ist C, es ist der Vorplatz des Staatstheaters“, schreibt Jürgen Klingmüller. „Obwohl man Fotos vom Staatstheater schon zigmal gesehen hat, kommt man bei dieser Aufnahme erst mal ins Grübeln. Die beiden Stelen-Leuchten wirken überaus groß. Das Staatstheater wird wohl das am häufigsten abgelichtete Ansichtskarten-Motiv von Cottbus sein.“
Wolfgang Bauch vom Fontaneplatz in Cottbus findet: „Die ägyptisch anmutenden Obelisken gehören zum architektonischen Ensemble des Staatstheaters, das damals noch Stadttheater hieß. Die Straße, auf die wir blicken, wurde im sogenannten Dreikaiserjahr 1888 offenkundig dem deutschen Kaiser Friedrich III. gewidmet und 1946 in Karl-Liebknecht-Straße umbenannt. Interessant zu wissen wäre, ob die Stadtväter Friedrich III. unmittelbar nach seiner Krönung huldigten oder ob ihnen seine kurze Regentschaft Grund genug war, eine Straße nach ihm zu benennen.“

Auch Katrin Lehmann aus der Rostocker Straße, Diethart Schulz aus der Stadtpromenade und andere haben das Motiv „beim zweiten Hinsehen“ erkannt.
„Es ist tatsächlich ein ungewöhnliches Motiv“, bestätigt Klaus Herold. „Es gibt unzählige Ansichtskarten, welche das einstige Stadt-Theater und spätere Staats-Theater aus verschiedenen Perspektiven zeigen. Diese hingegen fokussiert nicht das Theater-Gebäude, sondern den Eingangsbereich mit seinem baulichen Zierrat und die prächtigen Häuser in der näheren Umgebung. Wir blicken hier in süd-östliche Richtung und sehen links das Eck-Gebäude der Wernerstraße.“
Bernhard Noack fällt ein, dass „in dem Haus gegenüber dem Theater (ganz rechts im Bild) mal die Gaststätte war, in die vor allem Theaterleute ‘einen heben’ gingen. Später, meine ich, war in diesen Räumen die Vorkasse und die Abonnements-Betreuung des Theaters. Ich weiß gar nicht, warum die jetzt nicht mehr beim Theater sind.“
Wissen wir auch nicht. Aber sicher sind wir, dass Frau S. Lehmann Unrecht hat, wenn sie meint, vor der Rekonstruktion habe es die abgebildeten Säulen hier noch nicht gegeben. Die gehören tatsächlich zum Original-Ensemble, wie es nach Sehrings Plänen 1908 entstand. Es entstehen eben nur durch die ungewöhnliche Perspektive verwirrende Eindrücke.
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