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Johannes Werner – Komponist der Lieder aus Cottbus

Bilder aus dem alten Cottbus | Von | 23. September 2022

Johannes Werner

Johannes Werner war der Vorsitzende des Komponisten-Regionalverbands

Er ist am 27.9.1908, wenige Tage vor der Eröffnung des Cottbuser Jugendstiltheaters in Madlow geboren, das damals noch nicht zu Cottbus gehörte. Der Vater war Gärtner, die Mutter Dienstmädchen. Da saßen die Musen nicht auf der Schwelle, wohl auch nicht in der Cottbuser Volksschule und dann nicht während der Handelslehre im Kohlegeschäft. Johannes Werner brachte es zum Buchhalter und Abteilungsleiter, und es zeigte sich, dass Zahlen und Noten nahe Verwandte sind: Der Jüngling nahm privaten Kompositionsunterricht in Cottbus und Berlin. 1943 rief die Wehrmacht. Nach dem Krieg gab es Arbeit beim Konsum-Kekswerk (Naco) und schon Gelegenheit, als Musikerzieher zu wirken. Johannes Werner verfolgte sein Ziel beharrlich, betätigte sich in der Volkskunst und war schon 1951 freischaffender Komponist. “Netze an Bord” (Libretto vom Cottbuser Bodo Krautz, mit Ellen Tiedtke) war sein erstes staatliches Auftragswerk, eine “sozialistische Gegenwarts”-Operette, die 1952 in Stralsund uraufgeführt und im Jahr darauf auch in Cottbus gespielt wurde. “Es haperte handwerklich” umschrieb die Presse den Erfolg. – Werners Stärke wurden die Lieder und Kantaten, oft thematisch lokal angesiedelt, wie “Zehntausend Rosen für Cottbus” und andere.

Musikfest-Signet

Das heutige Musikfest-Signet

Johannes Werner war ein ruhiger, fast bedächtiger Mann, dem sorgfältige Verbandsarbeit lag. Er baute die regionale Konzert- und Gastspieldirektion auf, begründete den Verband der Komponisten und Musikwissenschaftler und wurde 1972 dessen Bezirksvorsitzender. Neben der Reihe “Konzertwinter auf dem Lande” entstand 1966 der bis in die Gegenwart beibehaltene “Cottbuser Musikherbst”, ein Festival, das die Potentiale der Theater, Orchester und Musikschulen nutzen und Werke deutscher und sorbischer Komponisten der Region zur Aufführung bringen sollte. Das glückte und fand großen Anklang, solange in der DDR die staatliche Finanzierung gesichert war. Später, unter engagierter Leitung und Intendanz der Komponisten Harald Lohrscheider und Bernd Weinreich, mussten neue Organisationsformen und Träger gefunden werden. Der Cottbuser Ehrenbürger (1981) und Blechen-Kunstpreisträger des Bezirkes Cottbus, Johannes Werner, bleibt als Gründer und Wegbereiter des nach einer Unterbrechung in den 1990er Jahren wieder alljährlich stattfindenden Musikherbstes unvergessen.
Viele seiner Lieder, wie „Gebt acht auf diesen Frieden“, nahmen Grundbedürfnisse der Menschen auf oder besangen (“Ein kleiner Roter Stern”) auch die Freundschaft zur Sowjetunion. Immer wieder “holperten” Texte, die Musik aber erreichte die Seelen. Johannes Werner starb am 30. Oktober 1986 in seiner Heimatstadt Cottbus. H.

Weitere Beiträge über das historische Cottbus finden Sie hier!



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