Ältestes Haus steht heute leer / „Zum Burglehn“ immer in Familienbesitz
Zugegeben, die Lösung zum Rätselbild der letzten Woche war nicht ganz einfach. Dennoch erkannte der ein oder andere das älteste Haus Sprembergs in der Burgstraße.
„Auf dem Foto ist ein Teil der Burgstraße in Spremberg zu sehen“, weiß Beate Casper zu berichten. „Im Haus auf der linken Seite wohnt Familie Ring. Zu dem Haus rechts kann ich nichts sagen. Dort ist meiner Meinung nach der Hof vom Burglehn. Das Haus dahinter ist vor einigen Jahren abgerissen worden. Das Grundstück wird als ‘wilder’ Parkplatz benutzt. In der Bildmitte ist das älteste Haus von Spremberg zu sehen, über das in Ihren Artikeln immer mal wieder berichtet wird. Mein Mann war hier oft zu Besuch gemeinsam mit seiner Oma bei Frau Sonntag, der letzten Bewohnerin und deren Tochter Frau Israel. Er berichtete mir über die schmale Treppe im Haus und die niedrigen Räume. Ich finde es toll, dass es sich eine Gruppe von Leuten zur Aufgabe gemacht hat, das kleine Häuschen zu erhalten. Am 7. Dezember des vorigen Jahres gab es die Möglichkeit, sich das Haus von innen anzuschauen. Leider waren wir an diesem Tag verreist, sonst hätten wir die Gelegenheit dazu genutzt. Aber sicher gibt es in der Zukunft noch weitere Besichtigungstermine.“
Hans-Joachim Nevoigt erinnert sich noch gut an die damaligen Schänken: „Wir sehen den unteren Teil der Burgstraße nach der Gaststätte ‘Zum Burglehn’ von Arnold Horn, immer im Familienbesitz. Hinter dem ältesten Haus mit dem Giebel zur Straße war noch eine Gaststätte, früher Thümmel. Der Volksmund sagte: Kaufe Kümmel und Korn bei Thümmel und Horn. Heute ist alles umgebaut und es gibt neue Eigentümer. In dem Giebelhaus waren die letzten Bewohner Frau Sonntag mit Tochter. Bis Kriegsende war Frau Sonntag im Buchladen von Saebisch am Markt beschäftigt, danach war sie in vielen Geschäften tätig. Sie war immer freundlich, die geborene Verkäuferin. Am Markt ging nichts mehr. Es kam zur Totalzerstörung bei Kriegsende. Als Bewohnerin und Besitzerin dieses Hauses hier hatte Frau Sonntag mit der Tochter als Rentnerin einige Hühner, die bei Sonnenwetter gemeinsam mit Stöckchenführung über die Pfortenstraße auf den Platz geleitet wurden. Bei schönem Wetter sonnten sich die Frauen und die Hühner, konnten Futter suchen und scharren, so haben sich beide Parteien erholt. Der Rückweg ging ebenso mit dem Stöckchen. Es passierte nie etwas. Es war ja in der Nachkriegszeit auch kein Fahrzeugverkehr.“
Frank Grabowski hat eher schaurige Erinnerungen an das alte Gebäude: „Zwischen 1982 und 1987 bin ich als Kind dort immer sehr ungern lang gegangen. Es ist ziemlich eng und die Fenster tief. Auch 20 Jahre später ist meine kleine Tochter an dem auf dem Bild zu sehenden ältesten Haus von Spremberg immer zügig vorbeigegangen. Nun ist uns vor kurzem ein Blick ins Innere des Hauses gewährt worden und wir staunten, wie klein auch drin alles ist. Ein richtiges Hexenhäuschen eben. Schön wenn es erhalten bleibt.“ Gewonnen hat Beate Casper. Herzlichen Glückwunsch.
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