
Kantbrücke mit Arbeitsamt 1999
„Das Bauwerk ist die heutige Agentur für Arbeit und des Lohnsteuerhilfe-Vereins e.V. Brandenburg in der Bauhofstraße 1“, schreibt Gerhild Herrmann aus Spremberg. „Das Grundstück gehörte früher dem bekannten Unternehmen ‘Urbantke & Heydenreich – Elektromotoren-, Transformatorenreparatur und Ankerwicklei’. Einst stand hier ein Flachdach-Werkstattgebäude, davor war ein Parkplatz, gegenüberliegend die SED-Kreisleitung.“ Aber nicht nur dieser Bau wurde von unseren Lesern gut erkannt, auch zu einem heute hübschen Fleck gibt es Hinweise: „Rechts vom Bagger befindet sich ein Granit-Gedenkstein auf dem zu lesen ist ‘An den Mühlen Nummero 1’. Der Großvater von Erwin Strittmatter betrieb hier einen Laden und pflanzte die Linde vor dem Haus. Sie steht heute noch.“
Interessante Erinnerungen wurden auch zur Brücke selbst festgehalten. So mailt uns Ralf-Dieter Drews: „Die Aufnahme selbst dürfte etwa im Juli / August 1999 gemacht worden sein. Die Kantbrücke sollte zu dieser Zeit einer grundhaften Sanierung unterzogen werden, es war eigentlich ‘nur’ eine Erneuerung des Brückenträgers vorgesehen. Mit Beginn der Sanierung stellte sich dann aber heraus, dass die vorhandenen Brückenpfeiler den kommenden Ansprüchen nicht gewachsen wären, da sie schon damals erhebliche Risse aufwiesen. Somit kam nur ein völliger Neubau der Brücke in Frage.
Da die Kantbrücke eine der Hauptverkehrswege der Stadt ist, und der damals geplante Endtermin 15.Oktober 1999 nun nicht mehr gehalten werden konnte, wurde als Provisorium ein Damm zwischen der abgerissenen Kantbrücke und dem ebenfalls im Neubau befindlichen Spreewehr an Mühlen aufgeschüttet, über den dann der Verkehr geleitet wurde. Am 28.04.2000 erfolgte dann die Freigabe des Verkehrs über die neu errichtet Kantbrücke.“
Auch der Vorgängerbau der Kantbrücke ist noch bekannt: „Die ursprüngliche Kantbrücke, damals ‘Schlageterbrücke’ (Albert Leo Schlageter bekämpfte während der Ruhrbesetzung die französischen Besatzer durch Sabotageakte und wurde nach Verrat aus den eigenen Reihen am 26.05.1923 durch die französischen Besatzer hingerichtet) wurde 1936/37 erbaut.
1945 wurde die Schlageterbrücke durch die zurückweichenden deutschen Truppen gesprengt und konnte erst 1949 in Teilen wieder gehoben werden.
Die Namensgebung für die Kantbrücke ist nicht restlos geklärt. Als Namensgeber kommt aber am wahrscheinlichsten Immanuel Kant in Frage, auch wenn dessen Lebensmittelpunkt im zur damaligen Nachkriegszeit nicht mehr politisch korrekten Ostpreußen lag“, so Ralf-Dieter Drews.
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