
Dem Wolf geht es in der Lausitz vergleichsweise gut. Er findet Rückzugsgebiete in ehemaligen Truppenübungsgeländen, reichlich Wild und, weil er von Natur aus bequem ist, auch gelegentlich zarte Lämmer oder anderes Hausgetier.
Den Menschen hingegen geht es dabei weniger gut. Sie ärgern sich über den zivilisatorischen Rückschritt und den Verlust ihrer Werte. Manchmal drehen sie durch im Zorn und verschaffen sogar dem LKA Arbeit. Das sucht nicht nach Wölfen, sondern nach „Tätern“, um die wegen Verstoßes gegen den Artenschutz einzulochen. Die Welt steht Kopf.
Welchen Artenschutz? Der Wolf ist das am wenigsten bedrohte Tier der nördlichen Erdhalbkugel. Er lebt von Spanien bis weit hinein nach Sibirien in bester Vitalität. Nur aus dicht besiedelten Menschen-Regionen wurde er seit 150 Jahren verdrängt. Es gibt, sagen seriöse Fachbücher, keinen Grund, ihn neu anzusiedeln. Sie bestätigen auch, dass Wölfe für den Menschen keinerlei Gefahr darstellen. Aber die Tiere ziehen zahme Haustierbeute dem scheuen Wild vor, und da es zu gutbäuerlichen Zeiten noch keine riesigen Drahtzäune und, im Falle ihres Versagens, großzügige staatliche Geldabfindungen gab, handelten unsere Altvorderen vernünftig: Sie verdrängten Isegrim aus ihren Dörfern.
Dass einige Enthusiasten seit 1990 den Wolf mit nicht unerheblichem Aufwand eindeutschen, mag ihnen Spaß bereiten, hat aber nichts mit Artenschutz zu tun. Hier liegt eine Fehlentwicklung vor, die sich nur aus menschlicher Eigenliebe, nicht aus biologischer Fachlichkeit speist. Es ist nicht schön, dass Wolfsrüden auf drei Tatzen laufen, um dann noch von Autos überfahren zu werden.
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