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Cottbus: Durchblick trotz Netzhauterkrankung

29. November 2019 | Von | Kategorie: Cottbus |

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Hilfsmittel helfen den Alltag zu meistern und die Lebensqualität zu steigern

Cottbus: Durchblick trotz Netzhauterkrankung

Dank Hilfsmitteln wie der Filterbrille kann Kornelia Arnold trotz Netzhauterkrankung verreisenund so auch ihren Traum von Irland verwirlichen Foto: privat

Cottbus (AR). Kornelia Arnold führte ein normales Leben, bis ihr Sehvermögen plötzlich anfing nachzulassen. Nachdem auch Brillen kaum noch eine Verbesserung brachten, ließ sie sich bei verschiedenen Augenärzten untersuchen, jedoch ohne Ergebnis. Nach langwieriger Suche bekam sie schließlich an der Universitätsklinik Tübingen eine Diagnose gestellt: Sie leidet unter einer genetisch bedingten Netzhaut- erkrankung. Eine helfende Therapie konnte nicht in Aussicht gestellt werden, im schlimmsten Fall würde ein kompletter Verlust des Sehvermögens drohen. Durch den fortschreitenden Krankheitsverlauf musste Frau Arnold viele Aktivitäten wie etwa das Autofahren oder das Lesen aufgeben. Auch früher selbstverständliche Tätigkeiten, wie das Überqueren einer Ampel, wurden durch die Erkrankung erschwert. Dennoch gab Frau Arnold nicht auf und stellte sich den neuen Herausforderungen. So erlangte sie etwa durch die selbstständige Nutzung des öffentlichen Verkehrs ihre Mobilität zurück und kann auch mithilfe von Serviceangeboten wieder alleine reisen. Eine große Hilfe war ihr vor allem Sandra Endler mit ihrem Fachgeschäft für vergrößernde Sehhilfen in der Friedrich-Ebert-Straße, mit einer großen Auswahl an Hilfsmitteln. Als enorm nützliches Hilfsmittel für Frau Arnold erwies sich die OrCam MyEye. Die am Brillenbügel befestigte Kamera ermöglicht die Erkennung von Gesichtern. Dazu müssen diese nur eingescannt werden, trifft der Nutzer dann auf eine bekannte Person informiert das Gerät mithilfe einer Durchsage. Darüber hinaus bietet das Gerät auch weitere nützliche Funktionen. Die eingebaute Vorlesefunktion ermöglichte es Frau Arnold etwa endlich wieder Bücher genießen zu können.
Auch eine  elektronischen Leselupe kann sich bei Sehproblemen als hilfreich erweisen. Dank Zoom- und Fotofunktion wird etwa das  Erkennen von Preisen beim Einkaufen entschieden einfacher.
Da Netzhauterkrankungen zu einer erhöhten Blendungsempfindlichkeit führen, erwies sich auch eine Filterbrille für Frau Arnold als unverzichtbare Unterstützung. Durch einen Seitenschutz reduziert sie die Blendung. Ihre Gläser verstärken die Kontraste, wodurch Konturen wieder besser sind und die Orientierung  verbessert wird.
Neben Hilfsmitteln können auch Selbsthilfegruppen  Unterstützung liefern. So fand Frau Arnold bei Pro Retina (einer Selbsthilfevereinigung für unter seltenen Netzhauterkrankungen leidenden Menschen) Rat und Rückhalt. Im Sommer 2018 beteiligte sie sich dann gemeinsam mit Frau Endler an der Gründung der Selbsthilfegruppe Augenerkrankungen. Diese sitzt mit in der Lila Villa und bietet regelmäßige Treffen an. Selbsthilfegruppen bieten eine gemeinsame Anlaufstelle für Menschen, die unter dem gleichen Problem leiden. Der Kontakt zu anderen Betroffenen hilft, da so neue Perspektiven gewonnen werden können.
Ebenfalls empfehlenswert ist die Teilnahme an einem Mobilitätskurs. Ein solches Angebot kann etwa beim Behindertenwerk Spremberg e.V. wahrgenommen werden. Die Schulungen in Orientierung und Mobilität unterstützen bei den vielen anstehenden Umstellungen. Die Schulungen werden individuell an die Teilnehmer angepasst.

Cottbus: Durchblick trotz Netzhauterkrankung

Die studierte Optikerin und Fachhändlerin für Sehhilfen Sandra Endler präsentiert hier die OrCam MyEye , die Gesichter erkennen kann und Texte vorliest
Foto: A. Rink




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