Das stattliche Rentier „Donner“ ist das ganze Jahr über brav

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Am Rentiergehege im Cottbuser Tierpark ist das ganze Jahr lang Weihnachtsstimmung. Der Rentierbulle „Donner“ ist für seine sanfte Art bekannt. Ob ihn der Weihnachtsmann Heiligabend abholen kommt? Bis 14 Uhr ist er am 24.12. hier jedenfalls noch zu sehen Fotos: Mathias Klinkmüller

Dreijähriger Bulle im Cottbuser Tierpark wird für seine sanfte Art gelobt

Cottbus (mk). Langsam nähert sich „Donner“ dem Zaun. Es knistert wie ein kleines Lagerfeuer bei jedem seiner Schritte. Arthrose ist dies nicht. „Das gehört zum Sozialverhalten der Rentiere“, erklärt Rolf Wiestuba. Der Tierpfleger im Cottbuser Tierpark weiß, dass durch das Knacken beim Gehen, die  Tiere auch bei Nebel oder Dunkelheit wissen, wo sich das Tier vor ihnen befindet. Kaum hat Donner den Zaun erreicht, schlägt er sein Geweih dagegen. Lieber wieder einen Schritt zurück. Reingehen und streicheln? „Das geht nicht“, winkt der Tierpfleger gleich ab. Das Geweih des Rentieres besteht aus Knochen. Die Verletzungsgefahr ist groß. Schließlich haben die Tiere auch eine so starke Nackenmuskulatur, dass sie einen erwachsenen Mann mit ihrem Geweih stemmen können, erklärt Rolf Wiestuba. So sind die Rentiere im Cottbuser Tierpark zwar Haus- aber keine Streicheltiere.
Der Rentier-Bulle „Donner“ ist von fünf Rentierdamen und drei Kälbern umgeben. Normalerweise wäre der im Mai geborene Nachwuchs längst nicht mehr im Gehege. Während der Brunft ist mit den Bullen nicht gut Kirschen essen. Da werden selbst männliche Kälber als Konkurrenten gesehen. „Donner“ hingegen ist für seine Gelassenheit bekannt. So genießen die drei Kälber derzeit die  verlängerte Zeit bei ihren Eltern. „Donner“ ist ein sehr liebevoller Bulle“ lobt Rolf Wiestuba, der sich bereits seit elf Jahren in Cottbus um die Rentiere kümmert. Als er vor zwei Jahren in den Tierpark kam, hieß er noch nicht „Donner“. Aber in Cottbus ist es eine kleine Tradition, dass der Bulle den Namen eines Weihnachtsmann-Rentieres trägt. So gab es hier bereits den „Rudolph“ und nun eben „Donner“. Immer wieder hört der Pfleger, wie Eltern ihren Kindern erklären, dass der Weihnachtsmann die Rentiere zu Heiligabend hier aus Cottbus abholen kommt. Während die Rentiere am Holzzaun das Moos ablecken, zückt eine Passantin ihr Handy. Rentiergrüße gehen so auf Reisen. „Hier am Rentier-Gehege ist das ganze Jahr Weihnachten“, sagt der Pfleger. Rote Beete, Möhren und Süßkartoffeln und als Leckerei Zwieback hat er in einem Eimer mitgebracht. Ohnehin sind die Huftiere nicht gerade anspruchslos was die Nahrung betrifft. Das Heu muss sehr weich und nahrhaft sein, so dass die Rentiere nur die besten Ballen bekommen. Aus einer Berliner Mühle kommt Spezialfutter. Die Pellets ersetzen die natürliche Nahrung wie Flechten oder Kräuter, die der Tierpark nicht bieten kann. Zu Heiligabend sind es oft die Väter, die im Tierpark mit ihrem Nachwuchs unterwegs sind, da die Frauen zuhause noch etwas vorzubereiten haben, vermutet Rolf Wiestuba. Wer an Heiligabend also auf jeden Fall ein Rentier zu Gesicht bekommen möchte, hat am 24.12. von 9 bis 14 Uhr im Cottbuser Tierpark  noch Gelegenheit dazu. An den Feiertagen ist von 9 bis 17 Uhr geöffnet.