Lausitzer Gastronomen laden zum Gänse-, Fisch- und Wild-Schmaus.
Region (MB/lb). Zahlreiche Legenden ranken sich um den Martinstag. Nicht nur für Lausitzer ist er der Start in die Saison des leckeren Gänsebratens. Doch wieso eigentlich landet die Gans ab dem Martinstag im Ofen? Für die einen erreichen die Gänse ab diesem Termin schlicht ihre Schlachtreife, für die anderen basiert die Tradition auf den Legenden um Sankt Martin.

Martin, ein selbstloser Mann, der in einer kalten Nacht seinen Umhang zerschnitt, um die andere Hälfte einem armen frierenden Bettler zu schenken. Dafür wurde er noch von seinen Soldaten-Kammeraden verspottet. Doch was sie nicht wussten, hinter dem Bettler soll sich der Sohn Gottes verborgen haben. In der folgenden Nacht erschien ihm Jesus in seinem Traum. Daraufhin lies sich Martin taufen, trat aus der Armee aus und führte ein Leben der Einfachheit und Besitzlosigkeit. Als er dann Jahre später zum Bischof ernannt werden sollte, versteckte sich Martin in einem Gänsestall und hoffte, dass jemand anderes, statt seiner, ernannt werden würde. Doch das Geschnatter der Gänse verriet Martin in seinem Versteck und er wurde der neue Bischof der französischen Stadt Tours.
Von einer weiteren Legende lässt sich auch auf den leckeren und knusprigen Gänsebraten schließen. In dieser heißt es, die Gänse hätten den Bischof Martin immer zu bei seiner Predigt gestört.
Eines ist wohl unbestritten: die Gans schmeckt am besten, wenn sie vom heimischen Bauernhof stammt.
Lausitzer Gänse
In der Niederlausitz gibt es mehrere Höfe, auf denen die Schnattertiere das ganze Jahr lang gehegt und gepflegt werden. Und gar nicht so wenige Hobbylandwirte halten sich ihre fünf, sechs, sieben, mitunter auch 20 Gänse auf eigenem Grund und Boden. Im Herbst sind dann die Tage der Tiere gezählt. Nach dem Schlachten, dem Rupfen und Ausnehmen der Gans, wird der Körper zunächst für etwa einen Tag abgelagert. Anschließend kommt die große Kunst der Zubereitung. Nämlich das Befüllen des Gänseinneren. Dazu werden in der Lausitz gewöhnlich Äpfel und Beifuß verwandt. Diese verleihen dem Fleisch einen besonders würzigen Geschmack. Ist dies erledigt, wird die Gans gebraten.
Das Werk ist vollendet, wenn das Fleisch weich ist und verführerisch duftet. Dann darf das Tier zerteilt und serviert werden. Zu Gänsebraten passen als Beilagen insbesondere Rotkraut, Grünkohl sowie Klöße und Kartoffeln. Beim Zubereiten einer Gans ist Vorsicht geboten, vor allem wenn man noch keinerlei Erfahrung damit hat. Wer dennoch nicht auf seine Gans verzichten will: In vielen Gaststätten der Region steht die knusprige Martinsgans mit dem zarten Fleisch in diesen Tagen auf der Speisekarte. So steht einem entspannten Familienfestmahl nichts mehr im Weg.
Nach dem Verzehr werden traditionsgemäß die Knochen besonders begutachtet. Erscheinen die Knochen blau, ist ein strenger Winter zu erwarten, sagen die alteingesessen Bauern.
Weitere Beiträge aus unserer Region finden Sie hier!
Schreibe einen Kommentar