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Mozart neu erzählt im Staatstheater Cottbus

Cottbus | Von | 28. April 2023

Anmerkungen zu Mozarts ‘Zauberflöte’, inszeniert von T. Sugao im Staatstheater Cottbus.

Turbulente „Zauberflöte“.  Szene mit (v.l.n.r.): Anne Martha Schuitemaker (Erste Dame), Dániel Foki (Papageno), Rahel Brede (Zweite Dame) und Zela Corina Calia (Dritte Dame)

Turbulente „Zauberflöte“. Szene mit (v.l.n.r.): Anne Martha
Schuitemaker (Erste Dame), Dániel Foki (Papageno), Rahel Brede (Zweite Dame) und Zela Corina Calia (Dritte Dame) Foto: Marlies Kross

Cottbus. Gierig sabbernd nimmt der Alte Löffel für Löffel vom Brei auf. Immerhin hat er wirklichen Bewohnern solcher Altenheim-Betten noch den Vorzug voraus, von seiner, wenn auch schrulligen, eigenen Frau gefüttert zu werden. Kein schönes Bild vom Altern, das der begnadete japanische Regisseur Tomo Sugao seiner „Zauberflöte“ vorausschickt. Er hat, heißt es, die schönste Mozart-Oper schon mehrfach inszeniert, und so stapeln sich Einfälle auch mal zu Abfällen. Ein befremdlicher Einstieg, der aber das geniale Ganze nicht zu zerstören vermag, zumal die übrige Erzählung voller Witz und Kurzweil abläuft. Johannes Zurl dirigiert ein Orchester hinauf zu schwebender Sphäre, und großartige, frische Arien in beglückendem Glanz lassen Märchenzauber schillern, allen voraus die herrliche Koleratur von Diana Schnürpels Königin der Nacht, die mit selbstverständlicher Leichtigkeit höchste Töne glöckchenklar tanzen lässt – der Szenenbeifall tost hier angemessen, und die Sterne des Bühnenhimmels flimmern versöhnlich überm herrschaftlichen dunklen Haus (Bühne: Julius Theodor Semmelmann).
Tomo Sugao hat also das Märchen in zwei Aufzügen, das Wolfgang Amadeus Mozart in seinem Todesjahr der Nachwelt als Singspiel schenkte und zunächst selbst dirigierte, „von hinten her“ gedacht, als Lebensbeichte. Der strenge Ansatz verliert sich im originalen Glöckchenspiel und hier erfundenen „Dinner für one“-Gestolper und großartigem Einsatz des viel zu düster gekleideten Chores (Einstudierung: Christian Möbius, Kostüme: Julia Katharina Berndt). Es schwingt in den Bildern immer wieder die Suche nach Tragik und Schwermut mit, die der „Zauberflöte“ gar nicht immanent sind.
Mit größter Spielfreude ist Daniel Foki als Papageno unterwegs, Ketevan Chuntisshvili ist die Pamina, Iryna Dziashko die Papagena. Den sehr reservierten Jüngling Tamino verkörpert mit schöner Stimme Alexey Sayapin, vergreist tritt dafür Ulrich Schneider ein. Herrlich temperamentvoll und stimmlich ganz wunderbar harmonierend sind die drei Damen Anna Martha Schuitemaker, Rahel Brede und Tela Corina Calita, Den Monastatos verkörpert souverän Dirk Kleinke. Heiko Walter und Hardy Brachmann erlauben sich als zwei Priester einige Kabinettstückchen an der langen Tafel des Palastes. Das feste Ensemble findet sich also in schönen Rollen wieder und darf sich an hochverdientem Beifall erfreuen. Mozart – wie könnte es anders sein – wird wieder zum Genuss. Nächste Vorstellungen folgen schon am 11. und 24. Mai 2023. J. Hnr.

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