Bizarrer Durchmarsch des Außenseiters aus dem sächsischen Neustadt.
Die Kreisoberliga in der Rückschau
Region. Das Niveau der Kreisoberliga des Fußballkreises Niederlausitz hat mächtig nachgelassen. Schon der erste Test nach fünf Spieltagen unterstreicht dies: Es gibt die Fünfer-Spitzengruppe Briesen/Dissen, Guben, Neustadt, Wacker Ströbitz und Viktoria Cottbus mit einer Punktdifferenz von fünf Punkten. Die Verfolger mit Kunersdorf, Branitz, Gr. Gaglow/TSV sind alle punktgleich, haben zum Spitzenreiter Briesen/Dissen aber schon einen Rückstand von sechs Zählern. Das Mittelfeld bilden Tabellenplätze neun bis elf, dann folgt das große Abstiegszone von Platz elf bis Platz 16 mit einem Rückstand von elf bis 14 Punkten.
Zum Halbserienende gab es noch ein Fünferfeld, doch Wacker Ströbitz musste die Spitzengruppe ziehen lassen, dafür rückte Groß Kölzig/Gahry/SV Döbern II nach. Der Punktabstand innerhalb dieser Spitzengruppe bestand aus zehn Punkten, sodass nur noch ein Trio die unmittelbare Spitze bildete: Neustadt (40 ), Guben (39), Briesen/Dissen (36). Ab Platz vier (Viktoria Cottbus) begann nun das Verfolgerfeld. Es reichte bis zu Platz acht, doch da schon 18 Punkte zurück. Das Mittelfeld und die Abstiegszone haben schon zu diesem Zeitpunkt keine Chance mehr, in die Meisterschaft einzugreifen. Die Plätze 14 bis 16 hatten zu diesem Zeitpunkt gerade einmal acht, sieben bzw fünf Punkte eingefahren! (Spremberg, Welzow, VfB Cottbus).
Wider Erwarten regte sich in der zweiten Spielhälfte einiges. Aber bis zum letzten Spieltag war die offizielle Tabelle nicht bereinigt. Die Gründe dafür liegen beim Fußballkreis. Der LSV Neustadt setzte sich schon in der ersten Halbserie auf Platz eins und verharrte dort bis zum Schlusstag – am Ende zehn Punkte vor dem Vizemeister FSV Viktoria Cottbus 1897. Platz drei gelang der Reserve vom 1. FC Guben, die mit sechzig Punkten Vorjahresvize Briesen/Dissen um einen Zähler auf den undankbaren vierten Platz drängten.
Welzow und Kahren/Laubsdorf retteten sich im letzten Moment. Auch der VfB Cottbus 97 konnte gerade die Klasse halten. Der FSV Spremberg, eigentlich schon im Vorjahr abgestiegen, konnte keine Leistungssteigerung nachweisen und wurde Schlusslicht der Tabelle. Die SG Blau-Weiß Schorbus konnte die gute Halbserienbilanz nicht halten und belegten am Ende Platz 15. (Ist es ein Altersproblem?) Alle Vereine müssen zu sich ehrlich sein und kritisch feststellen, ob alle Möglichkeiten ausgeschöpft werden konnten.
Zu den Vereinen:
LSV Neustadt/Spree
Diese Gastmannschaft war zu stark für die Kreisoberliga. Wie souverän der LSV war, beweisen seine 142! geschossenen Tore. Zu erwähnen wäre, dass der LSV Neustadt das Pokalfinale erreicht hatte. Gegner war der FSV Viktoria Cottbus; wegen der Hitzewelle wurde das Spiel abgesagt. Ab dem 1.7.2026 ist der LSV Neustadt nicht mehr spielberechtigt im Land Brandenburg, so auch nicht im Fußballkreis Niederlausitz.
FSV Viktoria Cottbus 1897
Ein Ausbildungsverein, der eine hervorragende Nachwuchsarbeit leistet. Im Männerbereich spielt Viktoria seit 2001/2002 im Fußballkreis Niederlausitz. Nach dem Abstieg aus der Landesklasse, spielen sie ab 2012/2013 wieder im Kreismaßstab mit. 2013/2014 gelang knapp der Einstieg in die neue Kreisoberliga. Zwischen den Jahren 2016/2019 und 2021/2022 belegten sie Platz drei, vier, drei und wieder 11. In der vergangenen Saison gelang Viktoria Platz zwei. Ab dem 24. Spieltag hatte man diesen Platz. Erstmals hat sich Viktoria in dieser vergangenen Saison sich für das Kreispokalfinale qualifiziert. Leider ist dieses Spiel ausgefallen. Neustadt verzichtete aufs Nachholen, damit ist der FSV Viktoria 1897 kampflos Kreispokalsieger 2026 geworden. Herzlichen Glückwunsch!
1. FC Guben II
Die Neißestädter bestimmten das Spielgeschehen in der Spitzengruppe der Kreisoberliga mit. Vom sechsten bis zum elften Spieltag waren sie am Platz an der Sonne, um zum Halbserienende auf Platz zwei abzuschließen. Nach einer Flaute holten die Gubener in den letzten fünf Spielen zehn Punkte und am 29. Spieltag trat der Spitzenreiter Neustadt in Guben nicht an, sodass sie auch dieses Spiel, zwar am grünen Tisch, einfahren konnten. Am Ende der Saison sprang Platz drei heraus.
SpG Briesen/Dissen
Erneut gelang nicht der Titelgewinn, der nach 29 Jahren fällig wäre. In der Saison 1996/1997 holten sie sich den einzigen Titel in ihrer Geschichte. In der Anfangsphase 2025/2026 belegten sie vom dritten bis zum achten Spieltag Platz eins der Kreisoberliga. Den ersten Punktverlust gab es bei der Wacker-Reserve der mit 0:0 gespielt wurde. Briesen/Dissen hielt lange Platz drei fest, doch in der Endphase wurden sie von der Reserve vom 1. FC Guben überholt.
SG Kausche
Ihren dritten Tabellenplatz am Ende der Vorsaison konnte die Spielgemeinschaft nicht wiederholen. Dieses Mal landeten sie auf Platz fünf. Acht Niederlagen in der Saison waren zu viel um weiter vorne zu landen. Die schlechteste Platzierung gab es am 12. Spieltag mit Platz neun in der Tabelle.
SpG Groß Kölzig/Gahry/SV Döbern II
Der Aufsteiger aus dem Vorjahr hat sich steigern können und war für viele Vereine eine Überraschung. Mit Platz sechs wurde eine hervorragende Platzierung erreicht. 18 Siege konnten eingefahren werden, kein Remis (!) und zwölf Niederlagen. Eine Bereicherung der Kreisoberliga.
SV Wacker 09 Cottbus-Ströbitz
Eigentlich hatte man sich von der Wacker-Reserve mehr erwartet, doch das Niveau hat sich zur Vorsaison nicht verbessert. Mit den erzielten 57 Toren kann man nicht zufrieden sein. Das ist aber das Los der Zweitmannschaften, die ja mit ihren Spielern immer die Springer-Situation zur Ersten darstellen.
SV Fichte Kunersdorf
In dieser jungen Truppe steckt viel Potential, das besser ausgeschöpft werden muss. In der Vorsaison belegten sie einen enttäuschenden zweistelligen Tabellenplatz, diesmal Platz acht. Mit elf Siegen, sieben Unentschieden und zwölf Niederlagen ist diese Position noch ausbaufähig. Das Torverhältnis von 73:67 ist auch ausbaufähig. In Kunersdorf ist man auf dem richtigen Weg.
SG Groß Gaglow/TSV Cottbus
Von dieser Spielgemeinschaft hatte man sich mehr versprochen. Der zwölfte Tabellenplatz war ernüchternd. Nach dem Trainerwechsel ging es dann in Kiekebusch aufwärts und die Endplatzierung wurde Platz neun, der noch ausbaufähig ist. Mit Björn Schneller haben sie einen „Knipser“, der 16 Tore erzielte.
SV Eiche Branitz
Der Verein bleibt immer für eine Überraschung gut. Im Vorjahr gelang eine Endplatzierung im einstelligen Bereich, in dieser Saison nun Platz zehn, was ungefähr das Leistungspotential ausdrückt.
Plätze 11 bis 16
Am Tabellenende änderten sich fast nach jedem Spieltag die Positionen. SG Blau-Weiß Schorbus arbeitete sich bis auf Platz zwölf vor, Welzow lag lange Zeit auf einem Abstiegsplatz und auch der VfB Cottbus 97 zählte dazu. Der FSV Spremberg 1895 belegte schon im Vorjahr einen Abstiegsplatz. Zum Abschluss war es Platz 16. Schorbus ist Nutznießer und steigt nicht ab, da mit Neustadt ein Verein den Fußballkreis verlassen hat und Viktoria, als Vizemeister aufsteigt und es keinen Absteiger aus der Landesklasse gibt.
Die neue Saison
2026/2027 steht vor der Tür. Hier die Staffeleinteilung der Kreisoberliga:
1. SV Fichte Kunersdorf
2. SV Eiche Branitz
3. SpG Groß Kölzig/Gahry/SV Döbern II
4. 1. FC Guben II
5. VfB Cottbus 97
6. SG Kausche
7. SpG Briesen/Dissen
8. BSV Chemie Tschernitz
9. Welzower SV Borussia 09
10. SV Wacker 09 CB-Ströbitz
11. SpG Dissenchen/Haasow
12. SG Blau-Weiß Schorbus
13. SpG Kahren/ Tr. Laubsdorf
14. SpG TSV CB/ Groß Gaglow II
15. SG Sielow II (A)
16. SV Preilack (A)
Spannende Spiele sind wieder zu erwarten. Joachim Rohde










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