Der Frohsinn stand auf der Kippe

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Jubel für das begeisterte Volk am Straßenrand: KVL-Ehrensenatoren Stefan Buder (l.) und Helmut Rauer | Foto: Hnr.

Ordnungsamt ermöglichte erst in letzter Minute die THW-Bereitschaft
Cottbus (j.h.). Die Region hat letzten Sonntag bei Traumwetter einen phantastischen „Zug der fröhlichen Leute“ erlebt. Dennoch steht KVL-Präsident Frank Czepok als Hauptverantwortlicher bei seiner Führungsriege in harscher Kritik. Noch am Freitag vor dem Umzug stand das Riesenprojekt auf der Kippe, hätte eigentlich, wie in Berlin mit ähnlichem Hintergrund gerade geschehen, abgesagt werden müssen. Czepok hat offenbar (er selbst ist zurzeit nicht telefonisch erreichbar) elementarste Sicherheitsabsprachen ignoriert. Sven Grabs, Beauftragter des Ortsverbandes Cottbus des Technischen Hilfswerkes (THW) sagt: „Nur durch mutiges Handeln des Ordnungsamtsleiters Manfred Geißler, mit dem wir seit Jahren vertrauensvoll zusammenarbeiten, konnten wir in letzter Minute den Sicherheitsauftrag übernehmen.“ Dazu musste der Cottbuser THW-Chef sich kurzfristig Rückhalt der übergeordneten Vorstände in Frankfurt und Berlin einholen, die dem Einsatz zustimmten, obwohl solche Aktionen nicht originäre THW-Aufgaben sind. Das Hilfswerk, dem in Cottbus etwa 60 freiwillige Kräfte zur Verfügung stehen, tritt eigentlich nur in Erscheinung, wo Not und Gefahr drohen, etwa bei Feuer oder Hochwasser.
Den Karneval unterstützt das THW dennoch seit Jahren, „auch wenn wir hier extrem kurze Fristen gewohnt sind“, sagt Immobilienmakler Grabs, der sein Ehrenamt schon lange ausübt. Diesmal ging es besonders „sportlich“ zu: „Am 6. Februar kam der erste Anruf, dann nichts Schriftliches, und als ich am 18. Februar, knapp zwei Wochen vor dem Umzug, zur Sicherheitskoordinierung erschien, erklärte Czepok: Das THW ist außen vor.“
Der Narrenpräsident hatte, so wird berichtet, einen dafür technisch untauglichen privaten Sicherheitsdienst angefragt. Er wollte die Kosten von mehreren tausend Euro sparen. Die übernahm nun vorerst die Stadt, um nicht zehntausende Aktive und Gäste zu enttäuschen.