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HWK-Vizepräsidentin 2019 betont: Handwerk will Wertschätzung

11. Januar 2019 | Von | Kategorie: Handwerkskammer Cottbus |

Traditioneller Neujahrsempfang 2019 ganz im Zeichen der Aufgaben des Strukturwandels in der Lausitz / Unternehmer formulieren Erwartungen.

HWK-Vizepräsidentin 2019 betont: Handwerk will Wertschätzung
Michael Lindner – sein Familienunternehmen, die Mattig & Lindner GmbH Forst, ist auch im 110. Jahr bestens aufgestellt

Cottbus. Strukturwandel war das prägende Thema beim traditionellen Neujahrsempfang der Handwerkskammer am Montag dieser Woche. Gäste aus Wirtschaft, Politik, Kunst und Wissenschaft nutzten die erste Gelegenheit des spannenden Wahljahres 2019, sich zu Erwartungen auszutauschen. Die Landesregierung Brandenburg ließ sich durch Hendrik Fischer, Staatssekretär im Ministrium für Wirtschaft und Energie, vertreten. Herzlich begrüßt wurden Bundestagsabgeordneter Dr. Klaus-Peter Schulze (CDU), der Lausitzbeauftragte des Ministerpräsidenten, Dr. Klaus Freytag, Landtagsabgeordnete, Landräte und Bürgermeister sowie der neue Präsident des FCE Energie, Werner Fahle, in Begleitung von Cheftrainer Klaus-Dieter Wollitz.

Corina Reifenstein, Vizepräsidentin der Handwerkskammer (s.S. 1), und Knut Deutscher, Hauptgeschäftsführer, nahmen die vielen Wünsche für das begonnene Jahr entgegen und führten angeregte Gespräche mit Meistern, Ehrenamtsträgern und Partnern des Handwerks. Im Zuge des Braunkohleausstiegs befürchten Handwerksbetriebe zunehmende Abwanderung und Abwerbung von Fachkräften aus der Region und eine steigende Steuer- und Abgabenlast. „Die Lausitz läuft Gefahr, entscheidend an Kaufkraft zu verlieren“, glaubt Corina Reifenstein. „Wenn die Aussichten und die Rahmenbedingungen in der Region nicht mehr stimmen, werden weniger junge Menschen hierbleiben. Wir brauchen vernünftige Perspektiven.“ Keinesfalls gehe es dabei nur um flankierende Sozialpläne, sondern um klare Leitlinien und Strukturvorhaben.
Die Praxis verharrt nicht abwartend. „Ganz im Gegenteil“, sagt der Forster Michael Lindner. Sein Traditionsunternehmen Mattig & Lindner geht ins 110. Jahr und baut aktuell Wohnungen u.a. in Berlin und Cottbus. „Wir freuen uns über den Auftrag der eG Wohnen, stadtbildprägend in der Franz-Mehring-Straße zum Zuge zu kommen. Wir sehen Lausitzer Städte als Wohnzukunft für Berliner. Dort explodieren die Mieten, hier lebt es sich famos.“ Allerdings müsse dazu schnellstens das zweite Bahngleis gelegt und in die Digitaloffensive gegangen werden.
Bernd Vorwerk, Obermeister der Elektrotechnikerinnung, „traut dem Frieden nicht“, wenn die große Mehrzahl neuer Bundesämter im Westen und nicht in den Neuen Ländern angesiedelt werden. Das Handwerk braucht die Kaufkraft und es braucht nach wie vor besser ausgerüstete Schulabgänger. „Zu viele sind den Anforderungen der Lehre nicht gewachsen, ein D rittel springt nach dem ersten Ausbildungsjahr ab“, klagt er aus seiner Branche. Zugleich hebt der Kolkwitzer die gute Zusammenarbeit mit der Kommunalpolitik hervor: „Sie erkennt unsere Unternehmen als ihr Rückgrat an.“ Zusammen setzt man sich für weiterführende Schulbildung vor Ort ein.
Maik Brunzel, Obermeister der Steinmetz- und Steinbildhauerinnung, tauscht sich mit Jürgen Naujokat, Geschäftsführer der Dachdeckerinnung aus. Beide sind sich in punkto Braunkohleausstieg einig: „Wenn eine große Quelle versiegt, müssen viele kleine sprudeln.“ Es gelte die Region aufzuwecken. Unternehmer sollen entschlossen handeln, so dass Fördertöpfe tatsächlich direkt Produktivität bewirken und nicht als Beraterhonorare verpuffen. Hier kann die altbewährte Kraft der Innungen zu neuen Ufern führen.
Für Metallbauermeister Mario Jurisch ist jetzt die Politik gefordert. Ansätze sind sowohl Investitionen in Infrastruktur wie Straßen-, Gleisausbau und der Ausbau schneller Datennetze als auch Steuererleichterungen für regionale Unternehmen.
Jörg Zimmermann, geschäftsführender Gesellschafter der Orthopädie- und Reha-Team Zimmermann GmbH, kritisiert die Politik. „Bisher erkenne ich keine Idee und keine Struktur in einem politisch gewollten Strukturwandel. Daher ist das Thema für mich auch nicht zu greifen“, so Zimmermann. Dr. Georg Christof Schwabe, Chefarzt im Carl-Thiem-Klinikum, steht an seiner Seite. Er sieht Chancen in der Digitalisierung. In Kooperationen zwischen einem Smart Hospital CTK, der BTU und Handwerksunternehmen könnten neue wirtschaftliche Felder erschlossen werden, glauben der Arzt und der Meister des renommierten Fachbetriebes.

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