Senftenberg: Herren von Minckwitz bauten Schloss Lindenau

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Das Schloss in Lindenau / Ort-rand war diesmal gefragt

Viele Ortrander freuten sich über Schloss mit Spiegelteich / Im Torturm gibt es ein Uhrenmuseum:
„Wir lesen gern Ihre Zeitung, rätseln fast immer mit und freuen uns, wenn wir mit unserer Vermutung richtig liegen,“ schreiben die Familien Schulze und Ruhland. „Aber heute sind wir uns ganz sicher: es ist C) in Lindenau/Ortrand. Wir sind Lindenauer und haben gleich unser Schloss mit Spiegelteich erkannt. Zu DDR-Zeiten war das Schloss ein Kinderheim, nach der Wende wurde das Kinderheim geschlossen, viele Arbeitsplätze gingen verloren, die Kinder zogen in eine andere Einrichtung. Das Schloss wurde verkauft, es gab Ideen, was man machen könnte – leider konnte bisher nichts umgesetzt werden. Jetzt steht das Schloss leer und verfällt.“
Auch Michael Lehmann aus der Zollhausgasse in Lauchhammer kennt die Lösung, ebenso Irene Alsdorf aus der Rudolf-Breitscheid-Straße in Ruhland und Waltraud Hirsch aus Großkoschen, Dresdener Straße. Sie erinnert sich: „Ich war nur einmal dort. Mit der Schulklasse im Jahr 1954. Los ging es mit dem Zug vom Schulstandort Hosena bis Ortrand, danach zu Fuß zum Schloss nach Lindenau, was damals noch ein Kinderheim war.“
Ganz ausführlich schreibt uns Götz Franke aus der Hauptstraße in Lindenau; er beruft sich auf Kantor Franke, Lindenau: „Zu sehen ist das Renaissance-Schloss mit dem Spiegelteich. Gut zu erkennen sind die neu angebauten Flügel aus den 20er Jahren. Dahinter ragt der Glockenturm vom Torhaus auf. Lindenau wurde um 1200 gegründet, war westlichstes Dorf Schlesiens an der Pulsnitz und gehörte zum Gau Milzeni, Teil der Mark Meißen. 1498 waren die Herren Glaubitz Besitzer, es folgten Hans und Burkhardt von Vosterdiese bis 1551. Nach der Reformation besaßen von 1567 bis 1717 die Herren von Minckwitz Lindenau, die 1594 unser Schloß bauten. Der Turm wurde erst 1709 hinzugefügt. Es folgten weitere Besitzer, darunter Graf Brühl mit seinen Söhnen bis 1780, viel später dann Herr von Löwenstein. Baroness von Löwenstein war vermählt mit dem Fürsten Ernst Rochus zu Lynar. So kam das Schloß bis 1945 in deren Besitz. Aus 1697 erzählt die Chronik von einem großen Einbruch ins Schloß – Gold und Juwelen für 5000 Reichsthaler wurden gestohlen. Im Gegensatz zum Schloss war die Bauart der Dorfhäuser bis ins 19. Jh. sehr einfach: Schrotholz-Technik oder ganz aus Lehm, gedeckt mit Stroh oder Rohr. Nur Pfarre und Schule hatten ein massives Ziegeldach und waren Fachwerkbauten.
In den 80er des 19. Jh. kam der Aufschwung nach Lindenau durch den Pächter Grässe, der die Gründüngung und Kunstdüngung einführte, und durch die Gründung eines landwirtschaftlichen Vereins.“
Aus Cottbus wird uns berichtet, dass sich im Torhaus des Schlosses Lindenau in mehreren Räumen ein höchst interessantes Uhrenmuseum befindet. Eingerichtet hat es mit seiner eigenen Sammlung der Cottbuser Turmuhren-Meister Karl-Heinz Schlodder. Er ist im Kinderheim im Schloss Lindenau aufgewachsen und erinnert sich liebevoll an diese Zeit, die ihn geprägt hat. Heute wartet und restauriert er in weitem Umkreis in Brandenburg und Sachsen Turm-, Schul- und Rathausuhren. Die Zeit ist sein Geschäft, aber anhalten kann er sie nicht.
Gotthard Apitz aus der Ponickauer Straße in Ortrand verweist auf den 23 Hektar großen Park am Schloss. „Am 17. Juni 1978 war der bekannte Sänger und Friedenskämpfer Dean Reed zu Gast bei den Kindern im Heim. Sein Foto mit Autogramm befindet sich in meiner Sammlung“, berichtet er.
Die Gewinner dieser Runde waren schon letzten Sonntag mit uns auf Kaffeefahrt (siehe S.2)


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