Please enable / Bitte aktiviere JavaScript!
Veuillez activer / Por favor activa el Javascript![ ? ]
Cottbus: Es scheiterten Internet und Adressbuch - Märkischer Bote
Montag, 14. Oktober 2019 - 07:34 Uhr | Anmelden
  • Facebook

Klare Nacht
15°C
 

Anzeige

Cottbus: Es scheiterten Internet und Adressbuch

14. März 2014 | Von | Kategorie: Bilder aus dem alten Cottbus |

Cottbus: Es scheiterten Internet und Adressbuch

Im Eckhaus war ab 1969 die Drogerie Brausewetter (C)

„Brausewetter“ musste dem Hotel weichen und kam so zum Altmarkt
Vorkriegs-Adressbücher scheiterten an unserer jüngsten Aufgabe. Damals gab es an dieser Stelle gar keine Drogerie. Perseke war, wie zum Beispiel auch Günther Bialas aus der Louis-Braille-Straße richtig weiß, in der Marktstraße, Saschowa seit etwa 1915 bis um 1970 an der Ecke Mönchsgasse und Brausewetter in der Berliner Straße. Letztere wurde, wie Klaus Herold herausfand, von Kurt Brausewetter geführt und musste von hier weichen, als das Hotel „Lausitz“ gebaut wurde.
Wolfgang Bauch vom Fontaneplatz schreibt: „Laut Internet kann ich lediglich die Drogerie Brausewetter ausschließen. Sie befand sich in der Berliner Straße und wurde im Zusammenhang mit dem Bau des Hotels  abgerissen. Bei den beiden anderen Drogerien ist im Internet Fehlanzeige – kaum zu glauben.“ Nun, das Welt-weit-Netz kann vieles, im verbindlich-lokalen Bereich bleibt es aber auf der Strecke. Dafür gibt’s ja diese Zeitung. Wolfgang Bauch weiß selbst: „In dem Eckhaus befand sich das Tuchhaus Herfarth.  Die Drogerie Perseke verbinde ich mit Lacke und Farben.“
Brigitte Albrecht vom Striesower Weg in Cottbus berichtet: „Nach Abriss des Geschäfts- und Wohnhauses der Familie Brausewetter in der Berliner Straße erfolgte der Umzug zum Altmarkt. Mit den Eheleuten Brausewetter war ich gut bekannt. Zum Umzug zum Altmarkt zum 20. Jahrestag der DDR sind die Fassaden am Altmarkt renoviert worden und danach entstand der Begriff von der Guten Stube der Stadt“.
Ulrich Buder aus der Willy-Budich-Straße hat ganz andere Bilder: „Wir wohnten in der Neustädter Straße (die zweigt in der Bildmitte rechts ab, d.Red.).Im Haus rechts war der Zahnarzt. Im Wartesaal herrschte gespenstische Stille, weil wir Kinder alle Angst hatten. Links etwas weiter hinten war das Zweiradgeschäft, wo ich auf mein Moped S 50 fast drei Jahre warten musste.“ Verwandt mit dem vorherigen Leser ist offenbar Brigitte Buder, Erfurter Straße. Sie „wohnte 15 Jahre in der Neustädter Straße gegenüber dem Schreibwarengeschäft Schöngart. Daneben war Pelz-Feind, weiter an der Ecke die Konditorei Schneider (nicht zu sehen). In der Bildmitte ist Erichs Bierhaus, dort gab es, wie auch im Paulaner-Bräu um die Ecke, gutes Essen.“
Anita Schlosshauer aus der Drebkauer Straße erzählt dem Anrufbeantworter: „Es ist die Drogerie Brausewetter. Es erinnert mich an sehr gute Zeiten. Man hat dort gut eingekauft und dicht dabei ist Erichs Bierhaus. Der ganze Altmarkt ist zu sehen auf diesem Bild – eine wirklich sehr schöne Aufnahme.“ Karl-Heinz Schlodder, der sich täglich über die inzwischen völlig verrückt gewordene Uhr am Spremberger Turm ärgert, verweist neben Brausewetter, Erichs Bierhaus und Foto-Goethe noch auf das dann folgende Haus von Foto-Leuschner, ein Handwerksbetrieb, dem viele Familienbilder und Reproduktionen zu verdanken sind.
Unser Leser Georg Müller betrachtet nochmals das Eckhaus: „Brausewetter zog ins Erdgeschoss der baudenkmalgeschützten Nr. 58 in der Sandower Straße. Die Geschichte des Hauses reicht bis 1770 zurück; da ließ sich der Kaufmann Samuel Ohnesorge einen Gasthof errichten: Treffpunkt der Cottbuser Creme. Man nannte sie ‘Wintergartengesellschaft’.  Das spätere Herfarthsche Haus nutzte zwischendurch ein Ernst Haase. In jüngster Zeit beherrscht den Würstchen-Laden wohl eine indische Familie.

Gewonnen hat Renate Wildow.
Herzlichen Glückwunsch!




Anzeige

Ein Kommentar auf "Cottbus: Es scheiterten Internet und Adressbuch"

  1. Sehr geehrte Damen und Herren, zunächst zu meiner Person: Ich (geb. 1953 in Cottbus) bin der Urenkel des Herrn Ernst Haase jun. aus der Sandower Str. 59 und kenne das Haus über die Zeit von 1955 bis 1981. Zufälligerweise bin ich im Internet auf o.g. Bilderrätsel gestoßen. Im übrigen schaue ich mir gerne diese Bilderrätsel an. Nur diesmal bin ich mit mancher Formulierung und den Darlegungen des Herrn Georg Müller nicht einverstanden, weil es ihm an Wissen mangelt. Zunächst ist es das Haus Sandower Str. 59, nicht 58. Dieses gehörte der Elektrofirma Kittel. Die Ursprünge des Gebäudes reichen bis in das Jahr 1544. Erst 1799 errichtete der genannte Kaufmann S. Ohnesorge dort einen Gasthof der , der sich später zum Treffpunkt der Wintergartengesellschaft wandelte. 1902 (!) kaufte mein Urgroßvater Ernst Haase jun. vom Kaumann Hermann Bange das Haus für seine große Familie (6 Kinder) und richtete im Eckgeschäft den renomierten Herrenausstatter gleichen Namens ein. Das Haus blieb bis zum Dezember 1980 im Besitz meiner Familie, also fast 80 Jahre und nicht “zwischendurch”, wie ausgeführt. Erst als altersbedingt meine Großtanten das Geschäft Mitte ca. 1967 aufgaben, zog als Mieter die Drogerie Brausewetter ein. Ich kann mich noch an den tollen Geruch nach Waschmittel, Seife, Parfüm etc. erinnern, der durch das ganze Haus zog. Nach deren Geschäftsschließung nutzte Herr H. Herfarth die Gewerberäume, bevor er das Haus im Dezember 1980 von meiner Großtante altersbedingt kaufte, umbaute und für ca. 25 (!) Jahre als Mode- und Tuchhaus nutzte. Der von Herrn Müller gewählte Begriff “zwischendurch” ist da also etwas fehl am Platze. Ich wollte diese Zeilen Ihnen hiermit zur Kenntnis geben, um auch meinen Vorfahren gerecht zu werden.
    Mit freundlichem Gruß
    Dr. Schwarick aus Erfurt

Schreibe einen Kommentar

 

Ich habe die Datenschutzerklärung der Cottbuser General-Anzeiger Verlag GmbH gelesen und akzeptiere diese mit dem Versenden des Kommentares.


Das könnte Sie auch interessieren