Cottbus: Altmarkthandel um 1951

damals120428_cbDer Otto-Friedland-Korn / Das bescheidene Leben früher Nachkriegsjahre
„Der Sonnabend-Markt fällt in das Jahr 1951“, ist sich Georg Müller sicher. „Der Straßenbahnhaltestellenpavillon strahlt noch jungfräuliches Neubauflair aus, denn die Baufreiheit dafür war ja gerade erst vor 3 Jahren durch die Beseitigung der letzten Ruinenreste des alten Rathauses gegeben. Genau in Bildmitte ist der Altmarkt Nr.12 anvisiert: Otto Friedland. Seine "Colonialwarenhandlung" ergänzte sich durch eine Kaffee-Großrösterei und eine gediegene Kornbrennerei. "Alter Cottbuser Korn" war das berühmt gewordene Markenzeichen. Otto Friedland war gesellschaftlich rührig: Kirchengemeindevertreter, Stifter von zwei Kirchenglocken, Mitarbeit im Städtischen Verschönerungsverein, materielle Unterstützung des städtischen Krankenhauses und noch eine Menge mehr. Mit 77 Jahren verstarb er im Jahre 1925.“
„Der Pavillon links im Bild ist sicherlich auch erst nach dem Kriege entstanden“ vermutet auch Helga Jung aus der Cottbuser Hans-Beimler-Straße. „Die relativ jungen Bäume im Vordergrund lassen vermuten, dass sie frisch gepflanzt worden sind. Das alles lässt den Schluss zu, dass es sich um 1951 handelt.“ Danke, das stimmt. Aber ganz genau wissen wir leider nicht, wann das Straßenbahn-Kundenzentrum errichtet wurde. Weiß es ein Leser?
Otto Blunck aus der Wilhelm-Riedel-Straße fiel das Datum auf, zu dem das Bild erschien: 21. April. Im Jahr 1945 sollen an diesem Tag Brandbomben das Rathaus getroffen haben. Einen Tag später marschierte die Rote Arme in Cottbus ein. Zum Pavillon bemerkt unser Leser: „Der wurde erst in den 1970er Jahren abgerissen.“ Diethart Schulz bestätigt: „Die Situation im Bild erinnert mich an die Nachkriegszeit hier auf dem Altmarkt mit den bescheidenen, aber nützlichen Angeboten.“