Cottbus: Frau O’Brien gab Unterricht in Gesang

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Teils verloren: Häuser am Thälmannplatz. A war richtig

Das schöne Haus von Huckenbeck musste einem SED-Traum weichen:
Wolfgang Kroschel aus der Cottbuser Hainstraße freut sich: „Zum Glück blieb das Bürgerhaus erhalten. Ich habe darin seit Ende der 50er-Jahre Klavierunterricht (die Stunde zwei Mark) bei Frau Gertrude O’Brien erhalten. Sie war vorher Sängerin im Stadttheater und etwas älter als das Jahrhundert. Während sie die Takte zählte, fütterte sie in kurzen Abständen ihren riesigen Kachelofen mit Braunkohle, der es ihr aber nicht mit Wärme dankte. Die Räume waren hoch und die Wohnungen groß. Das Treppenhaus hatte Spuren bürgerlicher Pracht erhalten. Für einen Zehnjährigen war dieses Haus mitsamt seiner viel Knoblauch konsumierenden und alte Geschichten erzählenden Klaviertante oft interessanter als die weißen und schwarzen Tasten ihres imposanten Konzertflügels.
Indirekt bestätigt P. Hahn: „Eine Dame in dem hohen Giebelhaus gab Gesangsunterricht. Sie war eine gealterte Operndiva der städtischen Bühne. Hier teilte sie eine große Wohnung mit einer aus dem Westen ‘geflüchteten’ Familie. Auch sowas gab es.“

damals150627cb2Hannelore Schenker mailt: „Es ist Thälmannplatz Nr. 50. Im Hinterhaus befand sich die Walke und Appretur Huckenbeck, dem das Haus gehörte. Unsere Familie wohnte von 1972 bis 1974 Paterre links. Rechts neben dem Haus befand sich der Busbahnhof. Die Miete für zwei Zimmer, Küche und Toilette auf dem Flur betrug 12 Mark.“ „An Stelle des Hauses im Vordergrund gibt es jetzt Multipolster,“ schreibt Renate Brinke aus der Hagenwerderstraße. Vorher war hier C&A. „Huckenbeck und zwei nachfolgende Häuser wurden“, weiß Horst Hauptmann, Max-Grünebaum-Straße, „zurückgebaut für ein neues Haus für den SED-Parteiapparat. Gott sei Dank wurde nichts daraus.“
Gewonnen hat Sabine Rubbers.
Herzlichen Glückwunsch!