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Die Annahütter Glaswerke

Damals war´s | Von | 30. Juli 2021

Zum Rätselbild vom 17.Juli mailt Reinhard Semt: „Ich wollte die Antwort zum Rätselbild mit einigen Details zur Geschichte der Glasindustrie von Annahütte verbinden, fand aber die nötigen Unterlagen erst am Wochenende. Da Herr Bauer aus Sallgast auf die Anfänge der Glasindustrie hinwies, reiche ich meine Ausführungen hierzu nach, da weitgehend unbekannt sein dürfte, dass insgesamt drei Glashütten existierten.

Ausgangspunkt der industriellen Entwicklung von Särchen, später Annahütte, waren ein kleiner Braunkohlentagebau und eine benachbarte Ziegelei. Beide Standorte wurden später durch das Fertigwarenlager der Firma Heye überbaut (Originalbezeichnung des Lagers: Niederlage). Damit ist für ältere Bürger klar, wo sich diese Standorte einst befanden. Unweit südlich wurde die erste Glashütte errichtet. Zum Baujahr differieren die Angaben (1856, 1862, 1863). Sicher ist, dass diese Glashütte in bewährter Bauweise für den Einsatz von Holz als Brennstoff errichtet wurde. Es ist naheliegend, dass versucht wurde, den Brennstoff Holz durch Braunkohle zu ersetzen, was aber hier wie auch anderswo nicht gelang. Daher folgte bereits 1865 die Errichtung einer zweiten Glashütte namens Emilienhütte, welche als erste Glashütte der Lausitz (!) mit dem 1856 in Dresden neu entwickelten Siemens-Regenerativofen ausgestattet war. Der Standort befand sich nördlich des Fertigwarenlagers in Ost-West-Ausrichtung.
1872 oder 1874 erfolgte ein Besitzerwechsel (von v. Krottnauer/ Krettnauer und Zapp zu v. Görne) inkl. Umbenennung in Annahütte. Diese zweite Glashütte war wohl eher ein nicht ausgereifter Experimentalbau, wie auch der erste gleichartige Glasofen der Almahütte in Großräschen (1867). 1884 wurde der Standort von der Firma Heye übernommen. Inzwischen waren ausreichend Erfahrungen mit dem Bau und Betrieb von Glashütten mit Siemens-Regenerativöfen gesammelt worden und ein entsprechendes Buch erschienen, auf dessen Grundlage für Jahrzehnte Glashütten über Deutschland hinaus errichtet wurden. Heye ließ die Emilienhütte/ Annahütte des v. Görne abreißen und an derselben Stelle drei in Ost-West-Richtung aneinandergereihte Glashütten errichten, woran im Westen später noch eine vierte Glashütte angebaut wurde. Diese Produktionsstätte war dann, mit etlichen Umbauten, mehr als 100 Jahre in Betrieb. Auf mehr als 130 Jahre brachte es sogar das erste Hüttengebäude, allerdings als Lager und Verwaltungssitz.
Leider wurde dieser historisch vermutlich einmalige Bau bei der Beräumung des Geländes mit abgerissen.

Weitere historische Beiträge aus der Niederlausitz finden Sie hier!



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