Forst: Gedanken an beliebte Badestelle

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Die Laubengänge in der Mühlenstraße verschwanden nach dem Zweiten Weltkrieg Die Stadtmühle gibt es noch heute

Die Kolonaden in der Mühlenstraße wurden vor dem Krieg fotografiert:
Wolfgang Marlow weiß: „Auf dem Bild handelt es sich, rechts im Bild, um die Kolonaden der Mühle in der Mühlenstraße. Blickrichtung ist die Kirche. Das Bild entstand noch vor dem Krieg. Am Ende des Krieges wurde die Brücke gesprengt und in den 50-er Jahren durch eine Behelfsbrücke aus Stahl nur für Fußgänger neu errichtet. Als Jugendlicher war das für mich und noch anderen Badebegeisterte die ideale Badestelle.
Ausstieg war eine Leiter auf der linken Seite und rechts mussten wir zurück durch das Grundstück der Schlosserei. Im Sommer wurde der Mühlgraben für ein paar Wochen wegen der Wartungsarbeiten im Elt-Werk abgelassen und dann wurden Krebse gefangen.“
Thomas Methe schreibt: „Im aktuellen Rätselbild schaut der Betrachter durch die vom Stadtbaurat Kühn entworfenen Laubengänge unter den Betriebs- räumen der Stadtmühle in der Mühlenstraße. Dadurch wurde die Mühlenstraße verbreitert und dem erhöhten Straßenverkehr Rechnung getragen. 1919 wurde die Stadtmühle mit Wasserrecht und Wasserkraft an die Stadt verkauft, da sie lange Zeit in privatem Besitz war. Es begann dann die Gewinnung von Elektroenergie aus Wasserkraft. Neben dem Betrieb der Wasserturbine wurde auch weiterhin Getreide gemahlen.
Im zweiten Weltkrieg wurde auch wie viele andere Gebäude in Forst die Stadtmühle beschädigt. Die Laubengänge sind nach 1945 komplett dem Abriss zum Opfer gefallen. Das Gebäude der Stadtmühle ließ sich aber wieder herrichten. Trotzdem ist heute nicht mehr viel übriggeblieben von dem einst großen Gebäudekomplex dessen Ursprünge bis in das 14. Jahrhundert zurückreichen. Trotz mehrmaliger Unterbrechungen befindet sich das Gebäude der Stadtmühle und die Wasserrechte wieder in privater Hand.
Gewonnen hat Wolfgag
Marlow.
Herzlichen Glückwunsch!