Die Püppchen-GHG am Roßmarkt
Die Aufnahme, die uns Willi Gürnth freundlicherweise zur Verfügung stellte, weckte zahlreiche Erinnerungen vieler Leser, wie Heinz Urbank: „Das Fabrikgebäude in der Roßstraße war zuerst die Tuchfabrik Petrick, danach die Tuchfabrik Wissinger. Zur DDR-Zeit war die Großhandelsgesellschaft (GHG) Kulturwaren (Püppchen-GHG) mit ihrem Warenlager darin. Kurz nach der Wende wurde die GHG aufgelöst. Das Gebäude stand leer und wurde für die Baumaßnahme ‘Quartier Roßstraße’ 1999 weggerissen. Der Neubau, im Volksmund Papageiensiedlung genannt, begann im Januar 2000.
Der Schornstein im Hintergrund gehörte bis 1992 zum Heizhaus der Sprela-Werke.“
Erinnerungen an seine Arbeit schreibt uns Horst Kühn: „Zu sehen ist die ehemalige Textilfabrik Wissingers Erben und die ehemalige Villa Tempel. Dieses schwer kriegsbeschädigt gwesene Haus wurde das Domizil der auf Beschluss der Deutschen Wirtschaftskommission 1949 gebildeten VVEAB (Vereinigung volkseigener Erfassungs- und Aufkaufbetriebe – kreiskontor Spremberg). Die zentrale Leitung oblag Staatssekretär Hermann Streit, danach Dr. Jürgen Koch…
Kaum jemand kann sich heute vorstellen, wie und unter welchen Bedingungen wir damals gesichert haben, dass das über Bluno eintreffende Getreide tags und nachts entladen wurde. In den damals leerstehenden ‘Spreemag’ trugen wir die Säcke mit Ölsaaten ins oberste Stockwerk, um sie durch in die Etagenböden geschlagenen Löcher im Handbetrieb wieder nach unten zu befördern, damit sie vor Vernichtung durch Überhitzung bewahrt blieben. Auch die damals leerstehenden Hallen der Karl-Müller-AG wurden von uns genutzt, später auch die ehemalige Fallschirmfabrik ‘Autoflug’ in der Berliner Straße. Unsere Arbeiter verdienten damals pro Stunde eine Mark und ein paar Pfennige. Sie mussten dafür alles tun und alles können – von der Abnahme des Viehs bis zur Errichtung eines Kartoffel-Lagerplatzes.
Das auf dem rechten Bildrand zu sehende Gebäude war 1945 das zahnärztliche Labor von Dr. Freiwirth.“
Noch ein kleiner Auszug aus einem sehr ausführlichen Brief der Familie Herrmann: „Die Villa im Vordergrund war anfänglich Kinder- und Aufenthaltseinrichtungen und darüber waren Wohneinheiten vorhanden. Im Laufe der Jahre zogen Verwaltungen, auch der GHG, hier ein.“
Herzlichen Dank allen Schreibern und Anrufern.
















Schreibe einen Kommentar