Der Cottbuser Unternehmer Peter Kopf, ehemaliger IHK-Präsident, ist gestorben

Die zweite Chance entschlossen ergriffen.

Peter Kopf,
Der Cottbuser Unternehmer Peter Kopf, 11.2.1956 – 31.3. 2025, reprivatisierte die Firma der Väter und machte sie groß. Von 2016 bis ’21 war er Präsident der Industrie- und Handelskammer Cottbus.

Die Firma KOPF Heizungs- und Klimatechnik GmbH gehört zu den erfolgreichsten Familienunternehmen Ostdeutschlands. Ihre Ingenieure, Monteure und Fachkräfte statten anspruchsvollste Bauwerke mit Kälte-, Klima-, Lüftungs- und Heiztechnik aus. Gegründet und fortgeführt haben den Betrieb seit 1933 die Ingenieure Fritz und Sohn Hans Kopf. Die Reprivatisierung schaffte 1990 in dritter Generation der studierte Techniker und hochbegabte Kaufmann Peter Kopf. Er ist jetzt nach längerer Krankheit gestorben und am Anfang dieser Woche im engsten familiären Kreis zu Grabe getragen worden.

Peter Kopf war seit frühester Jugend beseelt vom Willen zum Erfolg, wie ihn Großvater und besonders Vater Hans vorlebten. Sein Betrieb wuchs auf 50 Beschäftigte, baute für die DDR Kulturzentren in Warschau, Prag, Damaskus und Bagdad. Für Lüftungsteile hatte er eine eigene Produktionslinie. Doch die Verhältnisse waren gegen all das. Peter Kopf war gerade 16. Jahre jung, als sein Vater und dessen Freund, der Textilunternehmer Heinz Herfarth, Nacht für Nacht beieinander saßen und grübelten, wie sie dem staatlichen Druck standhalten könnten. Die Enteignung kam 1972. Beide, Hans und Heinz, blieben vorerst Betriebsleiter ihrer „volkseigenen Betriebe“, doch dem System ging die Luft aus.

Dennoch: Kopf-Junior studierte Versorgungstechnik mit bester Ausbildung an der TU Dresden mit Planungserfahrungen am Dresdener Schloss, am Zwinger, in der Domschatzkammer Bautzen und an anderen spannenden Orten. Er ging als Dipl.-Ing. nach München, profilierte sich. Weihnachten 1989 dann der Anruf: „Junge komm, wir fangen neu an!“ Hans hatte die Rückübertragung des Eigentums formell auf den Weg gebracht, und Peter Kopf startete tatsächlich am 1. Juli 1990. Die zweite, diese große Chance ergriff er kraftvoll: „40 Mitarbeiter aus der TGA-Abteilung des Stadtbaubetriebes traf es, glaub’ ich, ganz glücklich. Sie haben schon im Juli pünktlich Gehalt bekommen – Westgeld“, erinnerte sich der Wiedergründer. Heinz Herfarth, der Familienfreund, wurde erster IHK-Präsident nach der Wende, und auch Peter Kopf zog 2000 in die Vollversammlung dieses Wirtschaftsgremiums ein, wurde 2016 zum Präsidenten gewählt. Im Sommer 2021 zog er sich, gesundheitlich angeschlagen, aus diesem Amt zurück. Familiär hatte er das Motto seines Großvaters „Eigene Verantwortung ist der stärkste Motor“ schon 2011 an Sohn Matthias weitergegeben. Er führt das blühende Unternehmen in 4. Generation. H.

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