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130 Jahre am gleichen Ort: Glaserei Suckert

18. April 2019 | Von | Kategorie: Cottbus |

Fachleute der Alten Schule sind heute vor allem auf Baustellen und im Service unterwegs.

130 Jahre am gleichen Ort: Glaserei Suckert

Gut aufgestellt für anspruchsvolle handwerkliche Leistung: Dieter Suckert (l.) und Jürgen Suckert (r.) mit ihrem Gesellen Mario Bauer. Für gehobenen Bedarf oder in der Denkmalpflege wird auch klassische Bleiverglasung angeboten | Fotos/Repros: Jürgen Heinrich

Cottbus (hnr.) Scherben bringen selten Glück; Glasscherben schon gar nicht. Wenn es dennoch splittert, gilt es als „Glück“, wenn der Glaser schnell zur Stelle ist. Das sind die Suckerts seit 130 Jahren. „Notverglasung gehört natürlich auch dazu“, räumt Jürgen Suckert ein, aber das ist natürlich nicht das Kerngeschäft.“ Dennoch hat er ein Bild zur Hand, auf dem Franz Suckert in der Sprem eine große Schaufensterscheibe im Kaufhaus Waldschmidt ersetzt. Das war der Gründer des Unternehmens, der es ein halbes Jahrhundert führte, später mit den Söhnen Artur, Alfred, Georg, Oskar und Fritz. Jürgen und Dieter Suckert, die das Geschäft jetzt seit 25 Jahren betreiben, sind die Urenkel des Gründers – und immer noch am gleichen Ort erfolgreich.
Aber nicht nur der Straßenname – aus der Bellevuestraße wurde die Bautzener Straße Nr.1 (direkt neben dem Gladhouse) – hat sich geändert, auch das Profil der Glaserei unterlag den Zeitenwandel.
Damals, als Franz beim Magistrat sein Gewerbe anmeldete, war die Flachglasproduktion noch in den Kinderschuhen; heute bestehen manche Häuser überwiegend aus Glas. Entsprechend kommt jetzt aus der Bauglaserei der größte Teil des Umsatzes. Kunden sind private Bauherren, Wohnungsgesellschaften, die BTU, Großmärkte und eben die vielen Eigenheimbesitzer, die den Wert der Leistung eines Innungsbetriebes zu schätzen wissen.

130 Jahre am gleichen Ort: Glaserei Suckert

Amtliche „Geburtsurkunde“: …der Glaser… Franz Suckert, Bellevuestraße 1, den am 23ten April 1889 anzufangenden selbständigen Betrieb des Glaserhandwerks… angemeldet hat… Der Magistrat

Einst firmierten die Suckerts als „Bau- und Kunstglaserei“. Auch wenn das nicht mehr in großen Lettern überm Laden steht – inhaltlich trifft es noch zu. Dieter Suckert hat Glastechnik studiert und befasst sich gern mit gestalterischen Herausforderungen; mitunter in traditioneller Bleiverglasung, aber auch in modernen Klebetechniken oder in Glasschliff, wie er für Türen, Flurfenster, Vitrinen oder Duschwände gern gewünscht ist.
Fast vollkommen erloschen ist der Handel mit gerahmter Bildkunst. „Das waren gute Drucke oder auch Originale, die wir über Vertreter bezogen“, erklärt Jürgen Suckert. Doch Kunst, teils sehr wertvolle, geht auch heute noch durch ihre Hände. Dann nämlich, wenn sie fach- und stilgerecht gerahmt werden soll. Falls es sich um einen echten Blechen handelt (was schon vorkam) oder ähnliche Kaliber, ist das eine Vertrauenssache. „Aber darüber hinaus“, so Dieter Suckert, „beraten wir unsere Kunden zu jeder individuellen und ungenormten Rahmung sehr gründlich.“ Das beginnt bei dem großen Sortiment an Leisten vom schmalen Holz oder Metall bis zum schweren Barockstück und setzt sich bei den verschiedensten Glasarten (normal, matt, teilentspiegelt, uv-absorbierend) bis zur säurefrei gepufferten Unterlage fort. Wenn es um Aufträge für Museen oder Archive geht, sind meist konservierende Rahmungen gefordert. Aber nicht nur dort, erklären die Brüder, auch für eigene Fotos oder schöne Kinderzeichnungen lohnt sich der Aufwand einer Rahmung, die das Stück nicht nur vorteilhaft zeigt, sondern auch über sehr lange Zeit erhält.
Übrigens: Gelernt ist gelernt! Nicht alles Gerahmte muss hier hinter Glas sein. Wenn das Kunstwerk behutsam gerollt auf guter Leinwand daher kommt, ziehen es die Fachleute auch professionell auf einen Keilrahmen auf.
Ob dieser Service auch schon 1889 bei Franz Suckert zum Geschäft gehörte, weiß man nicht. Aber um auf Gläser zurückzukommen: Die dürfen am 23.April 2019 zum Jubiläum getrost auch mal klingen…

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