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Kammerpräsident Dreißig fordert offene Schulen und Kindergärten

Region | Von | 15. Mai 2020

Handwerk will arbeiten und braucht seine Fachkräfte / Eklat im rbb-Bürgerdialog: Wirtschaftsminister zerredet das Problem der häuslichen Betreuung für im Home-Office arbeitende Eltern

Peter Dreißig 1

Peter Dreißig, Präsident der Handwerkskammer Cottbus
Foto: Archiv CGA-Verlag / Hnr.

Region (hnr.) Brandenburgs Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) kündigte am Dienstag die zaghafte Öffnung von Schulen und Kitas ab 25. Mai an. Untere Klassen sollen an zwei, Fünft- und Sechstklässler an einem Tag in der Woche in die Schule gehen. Kindertagesbetreuung ist nur an einem Tag vorgesehen. Die Handwerkskammer Cottbus (HWK) kritisiert diese Vorstellungen heftig. „Das kann nicht die Lösung für ein Bundesland mit solch niedrigen Infektionszahlen sein”, sagt HWK-Präsident Peter Dreißig.
Den Handwerksbetrieben falle es immer schwerer, ihre Aufträge zu bearbeiten. Ihnen fehlen die Mitarbeiter, weil die ihre Kinder nicht betreut bekommen – und das bis nach den Sommerferien. Die Situation verschärfe sich gerade, weil weitere Wirtschaftszweige wieder an den Start gehen.
Beschwerden der Handwerker kommen aus allen Branchen. Eltern bemerken, dass die räumlichen und personellen Ressourcen weder in den Schulen noch in den Kitas ausreichen. „Wir erwarten von der Bildungsministerin, dass sie mehr Mut und kreative Lösungen bei der Umsetzung zeigt. Eltern muss es möglich sein, ihren Beruf auszuführen. Es sind nicht die Soforthilfen, die unsere Betriebe retten, sondern die Aufträge, die sie mit ihren Mitarbeitern abarbeiten. Die daraus erwirtschafteten Steuern erhalten den Staat und die Kommunen”, erklärte der Kammerpräsident, der mit seiner Familie einen großen Backbetrieb mit etwa 100 Filialen betreibt.
Weitere finanzielle Hilfen, etwa „Corona-Kindergeld“, lehnt auch Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (SPD) ab. Indessen spielte er im rbb-Bürgertalk am Dienstagabend das Problem der überlasteten Eltern taktlos herunter: „Gerade einmal 14 Tage länger als Sommerferien“ seien „noch kein Wahnsinns-Ausnahmezustand“, kanzelte er die Vertreterin einer Elterninitiative ab. Im sozialen Netz hagelte es Proteste. Arbeitet ein Elternteil in Brandenburg im Home-Office, entfällt der Anspruch auf Notfallbetreuung in einer Kita. Es sei den Eltern “in den überwiegenden Fällen möglich und zumutbar”, die Kinder-Betreuung nebenher sicherzustellen. Letztlich entscheiden Landkreise und kreisfreie Städte über den Kita-Zugang. Steinbach im rbb: „Es ist auch mal gut, wenn Eltern ihre Kinder kennenlernen.“

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