Endlich: Fortuna dreht ihr Glücksrad

Großartige Aufführung des Chorwerkes „Carmina Burana“ unter Ch. Möbius.

„Carmina Burana“ von Carl Orff in musikalischer Leitung von Christian Möbius im Theater-Kasernenhof – zur Meisterschaft der Chöre, Pianisten, Solisten und Schlagwerker gesellte sich die der Tontechniker, die alle weit auseinandergezogenen Stimmen einzufangen hatten. Die Abendsonne gab den Konzerten am Sonnabend und Sonntag die festliche Lichtstimmung Foto: Marlies Kross

Region. Nach so faden Monaten, die selbst das Singen in Gemeinschaft unterbanden, war der Ausruf „O Fortuna!“ besonders leidenschaftlich unterlegt. Unter noch immer ungewöhnlichen Abstands-Bedingungen präsentierte Chordirektor Christian Möbius ein weiteres Mal die immer wieder beglückende „Carmina Burana“, das großartige profane Chorwerk des Müncheners Carl Orff (1895-1982). Er hat dabei ganz und gar auf die Gesangsstimmen gesetzt, die nur von zwei Klavieren (Christian Georgi und Frank Bernard) begleitet und von Schlagwerk und einer Pauke (am Sonntag Jürgen Miesler) getrieben und fast gejagt und zuletzt im Donner gefangen wurden.
Das Werk besingt in drei Teilen den Frühling, den Tanz, die Lust, auch Sauflust in der Schenke und natürlich die Feier der Liebe. Im Gegensatz zu den großen Oratorien religiöser Stoffe sind hier mittelalterliche Dichtungen zu weltlichen Gesängen vereint. In der Bilderfolge gibt es keine Geschichte, wohl aber szenische Bewegung der Solisten, die hier Exzellentes zu bieten haben. Feierlich stimmt Bariton Nils Stäfe sein Lob der Sonne („Omnia sol temperat“) an, gewaltig später sein „Egon sum abbas“ (Ich bin der Abt). Ein engelsgleicher Sopran erfüllt die Weite mit Georgina Melvilles Mädchengesängen im dritten Teil. Tenor Dirk Kleinke wirbt mit großem Begehren, und immer wieder klammern die Stimmen der Damen von links und der Herren von rechts unterhalb der großen schwarzen Bühne alles Fühlen zusammen. Die Einsätze gibt, in seiner Begeisterung sichtlich sprühend, Christian Möbius den Damen und Herren des Opernchors des Staatstheaters, denen Christian Georgi assistiert hat, und dem Sinfonischen Chor der Singakademie Cottbus e.V. Auf der Bühne halten die Mitglieder des Kinder- und Jugendchores des Staatstheaters brav Distanz, einstudiert von Norienne Olberg.
Einzigartig, und das gleich zweimal aufeinanderfolgend, war die feierliche Stimmung des Sonnenlichtes, das aus Großströbitzer Richtung über die Kasernendächer streifte – mit letzter Kraft noch, als langer, dankbarer Beifall (nebst Zugabe) verhallte. Hnr.

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