Umbau der Bahnhofstraße soll im Herbst 2012 abgeschlossen sein
Unser „Damals-war’s“-Foto ist derzeit wieder ganz aktuell, da wir die Bahnhofstraße in dem Abschnitt sehen, der jetzt gerade gebaut wird. Rechts das Eckhaus ist heute die Commerzbank und links ist das schöne Eckhaus durch einen jetzt leerstehenden DDR-Neubau ersetzt, die Häuser dahinter sind noch gut zu erkennen.
Georg Müller hat uns seine richtige Antwort wieder gemailt: „Wir sehen einen Straßenabschnitt im Aufbruch, im wahrsten Sinne des Wortes. Gelassen beobachtet die Dachhaube mit ihrem Laternenaufsatz am Schadeschen Mietwohnhaus, Bahnhofstraße 66, das fleißige Geschehen unter sich, sie bringt das emsige Treiben mit ihren 120 Jahren nun nicht gerade mehr aus der Ruhe. Gut dass es sie gibt, so als Wahrzeichen, als sichere Erkennung unseres Serienrätsels. Voraussetzung ist natürlich, sich an die Kreuzung Bahnhof- zur Ecke Karl-Liebknecht-Straße zu stellen und den Blick nach Norden zu richten. Auffällig mag auch zur Linken die über die Firstfront hervorstehende freie Giebelfläche des Hauses Nr. 61 sein.“
Horst Hauptmann schickte eine Karte: „Bei der Betrachtung des Rätselbildes kann man nur in alter Cottbuser Literatur nachschlagen. Bei dem Foto handelt es sich um den Triebwagen der Nr. 14, der im nördlichen Teil der Bahnhofstraße in Richtung Staatsbahnhof unterwegs war. Demnach zeigt das Foto, das 1912 gemacht wurde, die Kreuzung Bahnhofstraße/Kaiser-Friedrich-Straße. Die nach rechts abzweigenden Gleise führen in die zuletzt genannte Straße. Vielleicht noch eine Ergänzung: Aus dem Bildband „Straßenbahnen in Cottbus“ kann man viel Wissenswertes aus dem Beginn der Bahn in Cottbus 1903 bis zur heutigen Entwicklung nachlesen.“
Heinz Knobloch ergänzt dazu: „Links, gegenüber der Commerzbank, war bis zuletzt das „Lukullus“-Geschäft mit Lebensmitteln und einem Imbiss. Heute ist das Haus leider unbewohnt und ein Schandfleck, woran auch der millionenschwere Umbau der Bahnhofstraße nichts ändern wird.“
Heinz Lesser erzählte am Telefon: „Wie sich die Zeiten ändern. Auf dem Foto, es könnte aus den Jahren 1910 oder 1911 sein, fährt die Straßenbahn noch ganz friedlich und keiner hätte jemals geglaubt, dass man einmal 100 Jahre später daran arbeitet, das für unsere Stadt – und besonders für uns ältere Menschen – so wichtige Verkehrsmittel abzuschaffen. In den letzten Jahren haben sich Fahrplan und Streckenführung so verändert, da bringt es meiner Meinung auch nichts, irgendwelche Nachtbusse fahren zu lassen – wir brauchen die Straßenbahn am Tage und ohne dauernd umsteigen zu müssen, wenn man von Sandow in den Süden möchte. Ich freue mich immer, wenn ich die Traditionsbahn sehe. Vielleicht fährt ja auch die bald nicht mehr…“