Altes Guben: Die Frankfurter Straße

Die Frankfurter Straße in Guben

 Wo einst Eisenschulze bediente.

Arno Schulz berichtet folgendes: „Auf dem Bild ist die heutige Frankfurter Straße abgebildet (einstmals auch A.-Hitler-Straße, Straße der Freundschaft). Das Foto entstand vor dem Krieg, durch den im Jahr 1945 starke Zerstörungen in dieser Straße erfolgten. So fielen links die Gastätte ‘Schwarzer Adler’ (später neu bebaut) und auch die drei Häuser nach dem Eckhaus rechts, Einfahrt Winkelstraße, dem Kriegswahn zum Opfer. In den fünfziger Jahren waren vorn rechts das Mode- und Stoffgeschäft Kaschube, heute Spielothek, dann Optiker Schütz, heute Leerstand, auf der Ecke östlich der Gemüseladen Bliß, später zum Laden nebenan angefügt. Dann folgte ‘Eisenschulze’, ich glaube, es war bereits HO. Ein älterer Herr bediente dort sehr sachkundig. Mit im Geschäft war noch ein sehr junger Verkäufer tätig, die Gubener Radsportlegende und der spätere Trainer Horst Uibel, der heute in Burg lebt. Er ist der Vater vom ehemaligen erfolgreichen Radsportler und jetzigen Bundestrainer der Radsprinter, Detlef Uibel. Der Laden war nach mehreren Nutzerwechseln zuletzt Gaststätte, jetzt Leerstand. Dahinter kamen Ruinen, wobei die Hinterhäuser noch standen und bewohnt waren. Dort war unter anderem der Autoelektriker Blümel mit Werkstatt und Garagen, heute Lohmühlenweg und Parkplatz. Weiter die Kürschnerei Herrmann, heute Hotel.“
Walter Bräuer schreibt: „Das Bild A, die Frankfurter Straße, ist die richtige Lösung. Die Frankfurter Straße war eine belebte Geschäfts- und Wohnstraße. Man sieht links in der Richtung Hauptkirche (jetzt Gubin, Polen). Auf der rechten Seite kam nach der Einmündung der Winkelstraße, das Geschäft von Eisen-Schulze u.s.w. Man sieht noch das Gleis der Straßenbahn. Leider wurde diese Straße noch in den letzten Monaten Februar bis März, April noch sinnlos zerstört. Freiflächen sind noch heute sichtbar.“
S. Menzel merkt an: „Eine vielbefahrene, mehrfach umbenannte bekannte Gubener Straße im Stadtzentrum: unsere Frankfurter Straße damals wie heute. Die in den 30er- bis 40er-Jahren umbenannte Hitlerstraße war einst belebt und beliebt durch Wohn- und Geschäftshäuser im bekannten alten Gubener Baustil. Hier waren Handwerk, Gewerbe, Gastwirte, Fleischer, Bäcker, Sattler, Schuhmacher, Zigarrenhändler u.a. ansässig. Die Straße befand sich zwischen großer Neißebrü-cke und Kubestraße, wo einst unsere Straßenbahn vom Bahnhof bis zur Lubststraße verkehrte. Später lösten Omnibusse die Straßenbahn ab. An diesem Kreuzungsbereich Kirchstraße nach rechts in die Winkelstraße befand sich an der Ecke das Geschäft von Emil König. Die Frankfurter Straße war früher umgeben von Hutfabriken wie BGH/B. Lissner, C. G. Wilke.“

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Kommentare

Ein Kommentar zu „Altes Guben: Die Frankfurter Straße“

  1. Horst Berndt

    Hallo…in dem 2.Haus rechts, hinter der Winkelstr. – Nr.31 – 1945 zerstört – bin ich bis Kriegsbeginn aufgewachsen. Hier hatten meine Eltern ein sogen. Kolonialwarengeschäft. Da mein Vater bei den “Oberen” in Ungnade gefallen war, er hatte im Sommer 1938 meine Mandeloperation bei dem jüdischen HNO-Arzt Dr.Goldschmitt machen lassen, wurde er gleich am 1.Kriegstag eingezogen, es kam das Schild : “Wegen Einberufung geschlossen” an die Ladentür und meine Mutter und ich zogen in eine Kellerwohnung Grüne Wiese 53.- Im Hinterhaus Nr.31 befanden sich Büro und Lager des Tabak-und Zigarrengroßhändlers Hannasky. Ihm gehörte auch das gelb-rote Klinker-Eckhaus Winkelstr.- das auch heute noch steht.
    Auf dem Grundstück Nr.31 – wo unser Laden war, verläuft jetzt, wie schon genannt, eine Strasse, die man dem Lohmühlenweg angeschlossen hat, der aber früher an der Großen Neißebrücke begann, dort, wo die Lohmühle einmal stand.
    Wenn Sie mehr über das “frühere” Guben/NL wissen möchten, ich pflege und bediene die facebook-Gruppe ‘Guben – heute und “früher” ‘ — geboren bin ich in der Gubener Ostsiedlung, jetzt Gubin.
    Mit heimatlichen Grüssen
    Horst Berndt – aus Guben geflüchtet am 12.02.1945
    Mit

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