Die kleine Pulsnitz in Ortrand liegt leider in manchem Sommer trocken

Malerisches im Süden der Niederlausitz.

Der kleine Kahn ist auf der Pulsnitz in Ortrand unterwegs.

In der Redaktion gab es Bedenken: Zu schwierig, dieses Motiv! Aber unsere Leser sahen das anders.

Eberhard Witzke aus der Calauer Straße in Cottbus schreibt: „Danke für das tolle Rätselbild. Wir sehen rechts hinter der Baumgruppe den Turm der Stadtkirche St. Barbara von Ortrand. Lehde scheidet aus, weil wir dort keinen Kirchturm sehen und der Kahn kein typischer Spreewaldkahn ist. Wahrenbrück mit der Schwarzen Elster scheidet auch aus, da das Flussprofil ein anderes ist.“

Auch Dipl.-Med. Vera Straube aus der Ringstaße und Jens Pumpa aus der Rostocker Straße, beide in Cottbus, haben sich für die Pulsnitz in Ortrand entschieden.

Ines Krätsch aus der Döberner Jahnstraße schreibt: „Hallo alle zusammen, der Vater/Großvater mit den Kindern stakt in Ortrand auf der Pulsnitz. Es könnte auch der Kleine Spreewald in Wahrenbrück sein, aber rechts im Hintergrund ist eine Kirche sichtbar und dabei handelt es sich vermutlich um die St. Barbara Kirche in Ortrand.“

Das vermutet auch Dieter Leubauer aus Cottbus: „Der gesuchte Ort ist nur durch die hinten sichtbare Kirchturmspitze zu bestimmen. Es handelt sich in Ortrand um die Stadtkirche St. Barbara. Ortrand ist ein Städtchen im Landkreis Oberspreewald-Lausitz, hart an der Grenze zu Sachsen. Durch Ortrand fließt die Pulsnitz, die als kleines Flüsschen bei Elsterwerda in die Schwarze Elster mündet. Bei entsprechendem Wasserstand waren dort früher sicherlich kleine oder größere Kähne unterwegs – zur Beförderung von landwirtschaftlichen Erzeugnissen oder eben auch zum Spaß für die Kinder.“

„Nach meiner Vermutung handelt es sich um Ortrand“, meint Arno Schulz aus Guben, „denn die Pulsnitz fließt durch den Ort. Der rechts im Hintergrund zu sehende Kirchturm passt zu der dortigen Stadtkirche ‘St. Barbara’. Außerdem stakt der Herr mit den Kindern in einem Kahn, der nicht spreewaldtypisch ist. Leider fällt der kleine Fluss klimabedingt im Sommer manchmal trocken. Das Spreewalddorf Lehde hat keine eigene Kirche, sondern die Einwohner gehen zum Kirchgang nach Lübbenau. Somit scheidet der Spreewald aus. Durch Wahrenbrück fließt zwar die Schwarze Elster, aber die Form des Kirchturmes paßt nicht zu dem Ort.“

Sehenswert: Ortrand, Markt mit Kirche und sächsischer Postmeilensäule. Foto: CGA-Archiv

„Eine idyllische Aufnahme“, findet auch Manfred Gnida aus Spremberg. „Es handelt sich um die Kirchturmspitze der St.Barbara Kirche in Ortrand. Der Turm der Kirche in Wahrenbrück hat eine doppelt übersetzte Zwiebelform. Dort, wo sich die Kleine Elster in mehrere Arme teilt und in die Schwarze Elster mündet, kann man wie im richtigen Spreewald per Kahn auf Entdeckungstour gehen, die ein Fährmann stakt. Die Gegend wird auch als Kleiner Spreewald benannt. Das Rätselbild zeigt eine Ansicht um 1903, als der Opa mit den Kindern auf der Pulsnitz in Ortrand stakt. Bevor der Fluss im 19. Jahrhundert begradigt und in die Schwarze Elster eingedeicht wurde, war die Region um Ortrand ein spreewaldähnliches Sumpf- und Fließgebiet und Bauern fuhren zu ihren Wiesen und Äckern mit Kähnen. Lokalgeschichtlich ist die Aufnahme mit der einstigen Färberei und Chemischen Reinigung Hauptvogel verbunden, die auch einen Kahnverleih betrieb. Der Herr auf dem Kahn ist Friedrich Emil Karl Hauptvogel, geboren 1875, gestorben 1953. Die Färberei gibt es seit dieser Jahreszahl auch nicht mehr.“

Die Situation in Ortrand erkannte auch Irene Plasan aus Kolkwitz, und Frank Irmer aus Cottbus schildert: „Wir schauen in südlicher Richtung auf das im Jahre 1238 erstmalig erwähnte Ortrand, heute im Landkreis Oberspreewal-Lausitz liegend. Das Erkennungsmerkmal ist der Turm der Stadtkirche. Diese ist ein Nachfolgebau von 1563/65 einer Barbara-Kapelle aus dem Jahre 1346. Ich bin mir nicht ganz sicher ob es sich um die Pulsnitz oder den Holzwiesengraben handelt, auf dem der Kahn schwimmt. Auf alten Stadtplänen ist noch ein Graben um die Stadtmitte mit Schloss, Marktplatz und Kirche zu sehen.“

Einige Leser tippten auch auf den Spreewald und vermuteten in der Ferne den Lübbenauer Kirchturm. S. Sachse verweist darauf, dass es „an so manchen Stellen sogar gewerblichen Kahnbetrieb gab, so auch im alten Ströbitz auf dem Priorgraben in Richtung Steinteichmühle. Hier aber haben wir ein Beispiel aus dem Weichbild von Ortrand an der Südgrenze Brandenburgs und der Niederlausitz“

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