
Öffnungszeiten bis 21 Uhr / Neues Kirchdach nach dem Krieg
Zahlreiche Zuschriften erreichten uns zu unserem Rätselbild der vergangenen Woche. Zu sehen war ein Ausschnitt der Senftenberger Bahnhofstraße. Das wussten unter anderem auch Dieter Probst, Walter Czarnecki, S. Lange und Helgrid Große. Sie schreibt: „Die Lösung der Bildaufnahme lautet ‘Blumen-Pavillon’. Er musste zum Bau der Straße von der Kreuzung am Kaufhaus zum Gericht weichen.“
„Als gebürtige Senftenbergerin kann ich mich noch gut an den Pavillon erinnern. Dort konnte man bis 21 Uhr einkaufen. Wenn man also am Tage was vergessen hatte oder unverhofft Besuch bekam, konnte man dort noch etwas besorgen“, erinnert sich Reinhild Schirmer.
Und Helmut Stephan ergänzt: „In diesem Gebäude gab es außer dem Blumenverkaufsstand auch Verkaufseinrichtungen für Obst/Gemüse, Waren des täglichen Bedarfs sowie Fleisch-/Wurstwaren und Fisch. Des Weiteren konnte man an Stehtischen auch einen Imbiss (Bockwurst mit Brötchen, Kaffee u.ä.) zu sich nehmen. Gegenüber dem Pavillon stand ein Gebäude ähnlichen Baustils, das ‘Milchhäuschen’. In ihm konnte man noch Milch in loser Form erhalten. Halbrechts gegenüber dem Pavillon befindet sich das ehemalige Kaufhausgebäude ‘Waldschmidt’. Die Straße bzw. Gasse führt zum Marktplatz.“
Ursula Ankert hat selbst in dem Flachbau mit den markanten Säulen gearbeitet. „Ich stand dort am 7.7.1951 hochschwanger bis 16 Uhr und verkaufte alles, was zum Wochenende noch weg musste. Am Montag, den 9.7.1951 wurde dann mein Sohn Klaus gesund geboren. Alles ging gut“, so die ehemalige Verkäuferin.
Wolfgang Hoffmann ordnet das Bild zeitlich ein: „Dass es sich hierbei um eine Vorkriegsaufnahme handelt, ist nicht nur am Oldtimer rechts, sondern vor allem an der originalen Turmspitze der Peter-und-Paul-Kirche in Senftenberg zu erkennen. Die Säulenhalle links war der bekannte städtische ‘Gemüse-Pavillon’. Dort gab es ein gutes Angebot an frischem Obst und Gemüse aus der Region. Die Kisten und Stiegen waren auch auf den Eingangsstufen anlockend platziert, um die sich die Kunden herumschlängelten. Wohl Anfang der 60er-Jahre wurde der Pavillon abgerissen, ebenso wie das beliebte ‘Milchhäuschen’ an der Straße gegenüber (hinter dem linken Bildrand). Heute dehnt sich hier die sogenannte ‘Kaufhaus-Kreuzung’ aus und an der Selle der Halle beginnt (nach links) der Steindamm. Übrigens war das Geschäft im Hintergrund mit dem Mauerbogen über dem Eingang damals eine Eisdiele. Bei ‘De Zordo’ konnte man sich schon ab 20 Pfennig original italienisches Eis schmecken
lassen.“
Waltraud Thomas schreibt: „Und im Hintergrund der Kirchturm der Peter-Paul-Kirche. Und die anderen Gebäude würde ich sagen sind der Hutladen Lisowski (hohes Haus), daneben Gaststätte Weißer Hirsch. Und in dem anderen Gebäude war die Eisdiele drin.“
Eine Preußenkarte geht diesmal nach Großräschen an Helmut Stephan. Herzlichen Glückwunsch!
















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