Cottbus: Wiedersehen mit vermissten Kindern

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Renate Pforte (r.) ist übergücklich. Nach 30 Jahren erfährt die Cottbuser Kindergärtnerin, wie es ihren ersten 12 Schützlingen heute geht Archivfoto: Renate Pforte

Kindergärtnerin trifft nach 30 Jahren erste Gruppe und darf in die Disko:
Cottbus (mk). Vor einer Cottbuser Disco könnte schon bald eine 67-jährige Frau stehen. Mit den Worten „Ich bin die Kindergärtnerin des DJ“ wird sie eingelassen – kostenfrei natürlich. Die betagte Discobesucherin heißt Renate Pforte. Seit Jahren äußert die einstige Kindergärtnerin immer wieder den Wunsch, ihre erste Gruppe einmal wiederzusehen. „Das waren meine Kinder“, sagt sie. Drei Jahre lang (1983-1986) waren es in einer Wohnung am Werner-Seelenbinder-Ring 27 „ihre“ Kinder. Enkelin Lotte hat das stetige Bitten ihrer Oma erhört. Die Suche über Facebook führt zum Erfolg. Schon bald klingelt das Telefon bei der Familie Pforte. Ein Anruf aus Bayern: „Steffi Gärtner. Kennen Sie mich noch?“, spricht eine Stimme. „Ich hab so geheult“, erinnert sich Renate Pforte. Kurz darauf klingelt es an der Tür: „Uwe Fröscher hier“, ist von der Türsprechanlage zu hören. Aus Braunschweig kommt er extra zu seinem Geburtstag angereist. Er bringt Blumen und Fotos mit. Sieben Stunden bleibt er. Die Kindergärtnerin erinnert sich, wie sie ihm einst Stoffschuhe schenkte, um die Eltern zu unterstützten. Auch das weiß ihr Uwe noch. Freien Eintritt in die Disco verspricht ihr Thomas Weichert als DJ. „Ich gehe da wirklich mal hin“, sagt Renate Pforte selbstbewusst und witzelt, sich ein Tattoo aufkleben zu wollen. „Ich habe sie immer vermisst“, sagt sie über ihre zwölf Kinder. Allen geht es gut. In ganz Deutschland wohnen sie mittlerweile. Ein gemeinsames Treffen ist geplant. „Dann breche ich zusammen“, beschreibt Renate Pforte ihre Vorfreude und dankt Lotte und ihrer ganzen Familie für die Erfüllung ihres Herzenswunsches.