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Die seltenen zwei Kaiser in Sorau - Märkischer Bote - Märkischer Bote
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Die seltenen zwei Kaiser in Sorau

15. August 2014 | Von | Kategorie: Cottbus, Damals war´s, Forst & Döbern, Guben, Spree-Neiße, Spreewald, Spremberg |

Das Denkmal von Bildhauer Heinrich Wefing verschwand vor Kriegsende

Die seltenen zwei Kaiser in Sorau

Die beiden Kaiser standen in Sorau, heute Zary

„Ich kann mich sehr gut an Sorau erinnern“, schreibt der Spremberger Hobby-Historiker Günther Kraske (93). „Leider ist die Stadt 1944 sehr in Mitleidenschaft gezogen worden. Ich bin in Nähe von Sorau groß geworden. 1846 erhielt der Ort Anschluss an das Bahnnetz. In der Folge konnte sich hier die Leinindustrie entwickeln und wurde führend in Deutschland. Sehr gut war dann auch der Ruf der Fachschule für Textilindustrie.
Zum Standort sind drei Wachtürme der Stadtmauer zu erwähnen, die ‘drei Getreuen’ genannt. In Sorau gab es zwei Schlösser. Das um 1710 erbaute des Grafen Promnitz und das Biberstein-Schloss. Interessant ist der Sorauer Wald: Es war ungeschriebenes Gesetz, dass Schüler der 1. und 2. Klasse einen Ausflug nach Sorau und  dort hin unternahmen. Ich selbst habe 1928 teilgenommen.Wir Kinder sahen erstmals eine richtige Stadt mit großen Häusern. Der Sorauer Wald war ein gepflegtes Erholungsgebiet mit Miniaturen von Sägewerk, Schmiede und Mühle, die allesamt von einem Bach gespeist wurden und Maschinen und Menschlein bewegten. Wir waren begeistert. Außerdem bestiegen wir den höchsten Berg, den Rückenberg.
Doch zum Bild. Es zeigt das Doppelkaiserdenkmal mit Kaiser Wilhelm I. und seinem Sohn Kaiser Friedrich III., dem 99-Tage-Kaiser (9.3. bis zu seinem Tode 15.6.88). Er hatte Kehlkopfkrebs. 1901 war das Denkmal, wie damals üblich, mit großem Pomp eingeweiht worden. Es war für ganz Deutschland eine Rarität, eines der wenigen Doppelkaiserbilder überhaupt.“ Georg Müller aus Cottbus bezieht seine Zary-Eindrücke auf Besuche in den 1970er Jahren: „Das Standbild des Bildhauers Heinrich Wefing von 1900 wurde noch vor Kriegsende durch französische Kriegsgefangene aus den Heinkel-Werken abgeräumt“, schreibt er, und er bestieg auch den 50 m höheren Rückenberg im Zaryer Wald mit dem 25 m hohen Bismarkturm-Torso aus dem Jahre 1914.
Den höchsten Berg der Lausitz erwähnen auch Gabriele Wrobel und Michael Kurth aus Cottbus, Gisela Stepputis aus Calau/Kalkwitz und andere Leser. Allerdings mit verschiedenen Höhenangaben: 227, 228 und 229 Meter – je nach Quellenlage. Einheitlich bleibt: Oben wird die Puste knapp. Das schöne Bild schicken wir gerahmt an Renate Vorbau aus Peitz.
Herzlichen Glückwunsch!

Die seltenen zwei Kaiser in Sorau

Am Standort des ehemaligen Zwei-Kaiser-Denkmals in Sorau / Zary befindet sich heute dieser Brunnen Foto: Kröhan




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