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Wieder in Cottbus in 2018: Anmerkungen zu „My Fair Lady“

26. Oktober 2018 | Von | Kategorie: Cottbus, Feuilleton |

Es grient so grün… / Anmerkungen zu „My Fair Lady“ in Regie von Michael Wallner.

 

Wieder in Cottbus in 2018: Anmerkungen zu „My Fair Lady“

Leicht haben es Henry Higgins (Holger Hauer, r.) und sein Freund Pickerin (Andreas Jäpel) mit der quirligen Eliza Doolittle von Eve Rades nicht. Aber deshalb wird das Stück ja gespielt | Foto: M. Kross

Cottbus. Viel lässt sich nicht falsch machen, an diesem erfolgreichsten aller Musicals. Vor genau 30 Jahren war es hier in Regie von Dieter Roth mit dem Paar Heike Meyer und Burkhard Plettau auf der Bühne, noch viel früher war Erika Reinwald mal die Eliza. Immer hat das Publikum gejubelt, und dazu ist auch diesmal reichlich Grund. Regisseur Michael Wallner hat sich von Bühnenbildner Till Kuhnert ein behäbig-düsteres Empire Bühnenbild bauen lassen. Das unantastbare Weltreich gegen das frische, hell flackernde Naturkind, das schon beim ersten Anstoß die Grenzen zwischen sich und der Society spürt. Ihre Blumen kullern weg, sie wäre ruiniert – wenn sie nicht so herrlich ordinär berlinern würde.
Aber Zeit für Traurigkeit bleibt nicht, dafür sorgt schon Alexander Merzyn als musikalischer Leiter mit betont forscher Ouvertüre und schrillem Gebläs. Wunderbar zart steigen die Töne mit den Träumen Elizas, und wenn es schwungvoll wird, geben herrliche Balletteinlagen (Chreografie Bart De Clerq) der Inszenierung genau jenen Witz, den das Stück braucht, weil es bei seiner „Pygmalion“-Größe mitunter auch zu schulmeisterlich dargeboten wird.
Hier stimmt alles, die aufwändige Bühne, die charaktersicheren Kostüme von Nicole Lorenz und das Stimm-Spiel des Chores, den diesmal Christian Georgi einstudierte.
Ein deutliches Ahhh raunt der Saal, wenn Eve Rades im langen weißen Kleid aus dem Dunkel tritt. Der etwas cholerische Higgins des Holger Hauer scheint Teil seiner toten Wände zu sein, denn er spürt das Glück nicht, das ihn umgibt. Eher kribbelt es bei Pickering, einem formvollendeten englischen Oberst von Andreas Jäpel. Die klügste und sympathischste Erscheinung ist Mama Higgins von Gesine Forberger, und auch Carola Fischer weiß als Mrs Pearce mehr zu tun, als den Phonetiker zur Hand zu gehen.
Richtig grob und runtergekommen schwankt Doolittle, dieser versoffene, aber höchst durchtriebene Vater des Blumenmädchens durch die Szene. Ulrich Schneider macht das laut und fordernd, Dirk Kleinke und Ingo Witzke schaukeln da als Spießgesellen Jamie und Harry gern mit. Indessen träumt Hardy Brachmann als Freddy in der Straße, in der sie wohnt vom Flieder und wer weiß, wovon noch.
Ein riesiges, lohnendes Aufgebot. Diese „Lady“ mit der unsterblichen Musik von Frederick Loewe nach einem Stück von George Bernhard Shaw wird ihren Weg erneut in Cottbus machen.
Um Karten sollte sich ein jeder rechtzeitig bemühen. J.Heinrich

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