
Lange hielt der Glanz des deutlichen Sieges über den Spitzenreiter aus Aue nicht an. Mit 0:4 ging Energie in Augsburg unter. Nach zwei Elfmetern und einem Platzverweis war die Partie schon nach 23 Minuten entschieden. Während die Erzgebirgler nach einem Remis gegen Ingolstadt noch immer auf Rang eins thronen, stürzte Energie am vergangenen Wochenende auf die siebte Position ab. Zwar trennen beide Teams nur vier Zähler, die Deutlichkeit der Niederlage in Augsburg gibt aber zu denken. War die Höhenluft nach sechs Treffern gegen Aue für einige zu dünn?
Zumindest vor den beiden Aussetzern von Hünemeier und Bittroff schien es nicht so. Von mehreren guten Gelegenheiten auf beiden Seiten vergab Jula zu Beginn die beste. Nach einer Viertelstunde brachte Hünemeier sein Team dann auf die Verliererstraße. Eine Woche zuvor schoss er noch drei Tore gegen Aue. Beim FC Aue sorgte er mit einem Foul an Hain für den ersten Elfmeter. Der ehemalige Berliner Rafael traf vom Punkt.
Energie verlor daraufhin jegliche Kontrolle über die Partie. Augsburg drängte auf das zweite Tor. Bittroff wusste sich nach 23 Minuten gegen Rafael nur mit einem weiteren Foul im Strafraum zu helfen. Es gab abermals Elfmeter und Rot für Bittroff. Der Platzverweis für den rechten Verteidiger war hart. Die folgende Sperre von einem Spiel kommt somit auch einem Freispruch gleich. Wollitz musste reagieren und die Viererkette mit Afriyie für den offensiven Fandrich wieder auffüllen. Bis zur Pause stabilisierte sich das Team sogar und wehrte sich gegen die drohende Niederlage. Augsburg verwaltete die Führung und den nominellen Vorteil jedoch geschickt.
Erst nach einer Stunde zerstörte Werner die letzten Hoffnungen auf Seiten der Cottbuser. Dabei blockierte ein Augsburger bei Werners Torschuss die Sicht von Kirschbaum abseitsverdächtig. Der FCE gab nun endgültig auf. Mit dem 4:0 durch Rafael zogen die Süddeutschen schließlich mit der Cottbuser Torausbeute von 31 Treffern gleich. Zu allem Überfluss kassierte Kapitän Kruska die fünfte gelbe Karte. Er wird somit am Montag neben dem verletzten Adlung und dem ebenfalls gesperrten Bittroff auf der Tribüne sitzen und zugucken müssen. Dass sich die Aufstellung für die nächste Begegnung damit fast von selbst ergibt, sollte zu denken geben.
Energie lieferte innerhalb einer Woche ein unglaubliches Kontrastprogramm und nähert sich damit dem letztjährigen Abschlussrang neun. Gegen Union Berlin kann sich die Mannschaft am Montag aber wieder rehabilitieren. Das Flutlichtspiel sollte ein guter Ausklang für ein im Endeffekt durchwachsenes Jahr 2010 werden. Gerade im heimischen Stadion zeigte der FC Energie Cottbus viele unterhaltsame Partien.