
Ein äußerst heiteres und durchaus jugendliches Weihnachtsprogramm
Senftenberg (hnr.) Ein beklagenswert kleines und dazu noch mickrig beleuchtetes künstliches Tannenbäumchen war wichtigste, eigentlich sogar einzige Requisite eines ganzen Theaterabends. Und welche Gesänge galten diesem bedeutungslosen Etwas. Oooh Tannenbaum! Das klang wie eine Drohung. Aber ach! Es folgte ein Flehen, ein Wimmern, ein Flohlocken, ein Schmeicheln, ein Stampfen, ein Spotten. Ein Klagen und es scheint, als
wurde sogar gerappt. Das ist dieser Schreckgesang, der zwischen Holzhacken und Gedichtaufsagen liegt und sich großer Gunst bei sehr jungen Leuten erfreut.
Ja, die Oldies (Durchschnittsalter deutlich über politisch umstrittenen Berentungsgrenzen) hatten Schneid genug, fast jedwede Grenze zu überschreiten und die Zwerchfelle ihres Publikums damit herzlich zu strapazieren. Kein Zweifel: Hier tanzte wahre Kunst um ein Tannenbäumchen. Ernsthaft erarbeitete Szenen fügten sich locker, und mit fortschreitender Tannenbaum-Polemik frischte die Gesellschaft immer mehr auf, ließ vertraute Weihnachtslieder klingen und die Einzelkönner nun zu einem Chor verschmelzen.
„Schrille Nacht“ heißt das Programm, das der Seniorenverein der Neuen Bühne für fünf Hausvorstellungen und ein auswärtiges Gastspiel einstudiert hat. Leicht denkbar, dass da noch weitere Anforderungen kommen. Regisseurin Katharina Struwe, die mit 20 aktiven Damen und Herren größte Freude hat, erkannte der Gesellschaft am Schluss den neuen Namen zu „Jugendclub 60 plus“.














