
Werksgasthof versorgte am Tage und auch zu Feierabend – auch zum Tanz:
Der Heimatverein Lauchhammer hat uns diesmal ganz kompetent geantwortet: „Das Rätselbild stellt das Werkshotel des Eisenwerkes Lauchhammer dar. Der Besitzer um 1900 war Herr Hebenstreit. Der Hüttengasthof wurde im 19. Jahrhundert von der Aktiengesellschaft Lauchhammer und später auch unter LHL (Linke-Hofmann-Lauchhammer) betrieben. In der DDR-Zeit war das Gasthaus unter dem Namen ‘Casino’ bekannt. Heute ist das Gebäude geschlossen.“
Auch K. Donath, Herbert Kotkiewitz aus der Einsteinstraße in Lauchhammer, Sabine Abelt aus der Straße der Jugend in Schwarzheide und viele andere haben das Gebäude erkannt.
Wolfgang Simlinger aus Schwarzheide wohnte früher gegenüber dem Werksgasthof. Er erinnert sich: „Im ehemaligem VEB Schwermaschinenbau Lauchhammer wurde der Saal im ersten Stock des vorderen Traktes zum Speisesaal des Betriebes umfunktioniert. Neben dem gußeisernen Zaun, der im Eisenwerk selbst hergestellt wurde, war der Werkseingang. Im linken Flügel war rechts der Eingang zur Kutscherstube. Hier konnten sich früher die Pferdekutscher stärken. Nach 1945 sah man hier die Werktätigen in ihren schmutzigen Arbeitsanzügen in der Pause beim Bier sitzen. Der Nachbareingang im gleichen Trakt ging zur HO-Gaststätte. Diese zog sich bis in den unteren Teil des Vorderflügels hin. Hier war auch samstags der beliebte Tanzabend. Der rechte Flügel wurde später als Aufgang zum Speisesaal umfunktioniert. Berüchtigt war die steile Treppe von der Gaststätte hoch zu den Toiletten, wo so mancher stürzte. Auch Reinhard Hinter schreibt ausführlich: „Mein Vater und ich haben jahrelang im BFG gearbeitet. Vater Fritz war über 50 Jahre in der Gießerei tätig und löschte dann und wann nach Feierabend seinen Durst in der Kutscherstube, die sich links befand. Rechts ging es zum Hotel (oben) und zur Gaststätte, genannt ‘Casino’. Dort fanden samstags Tanzveranstaltungen statt. Wiederum rechts befand sich über der Gaststätte der HO-Speisesaal (einer von dreien im BFG) für die Werktätigen und anderen Mitmenschen. Ganz rechts außen war der Raum für ‘besondere Gäste’ des Betriebes. Wir haben so manche schöne Stunde im HdW erlebt. Fröhlichkeit und Zusammengehörigkeit, auch bei Bier und Schnitzel, waren keine Fremdworte. Es bleiben schöne Erinnerungen.“ Das bestätigen auch Petra Haußmann, die seit 1983 im Eisenwerk arbeitete, und andere.
Danke für die vielen Zuschriften, gewonnen haben Werner Trobisch aus Frauendorf, Gotthard Apitz aus Ortrand und Ursula Hinzer aus Lauchhammer. Ihnen geht rechtzeitig eine Einladung zu einer Adventbegegnung zu.
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