Senftenberg: Die „Linden“ tragen Ahornblätter

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Diesmal für die meisten Leser gar kein Problem, für viele eine Freude: Die Lindenstraße (C) war abgebildet

Nicht aus dem TV-Vorabendprogramm, aber doch mit vielen Geschichten:
Eine Vielzahl an Zuschriften erreichte uns zu unserem Rätselbild der letzten Woche. Frank Thurik aus der Senftenberger B.-Brecht-Straße schreibt: „Gesucht sind C) Linden; es handelt sich also um Häuser der Lindenstraße in Senftenberg. Es ist ein sehr altes Bild, da die Brücke der ‘Schipchenbahn’ (benannt nach der Strecke Senftenberg West-Schipkau-Finsterwalde) fehlt. Also noch zu Zeiten, als es da einen Bahnübergang gab, weil der Bahnhof Senftenberg noch nicht höher gelegt war. Ich wurde 1956 in der Lindenstraße 2 geboren. Das Haus an der Kreuzung Großenhainerstraße/Lindenstraße steht heute auch nicht mehr (unmittelbar am Bahndamm Strecke Senftenberg-Brieske, an der Brücke vor dem Reichsbahnkulturhaus). Von da ging es in die Bahnmeistergasse.“ Auch Heidemarie Gunschera. die per mail reagiert, wurde in der Lindenstraße geboren: „Nach dem Umzug meiner Familie lebten wir im Haus Nr. 6, das sich rechts befindet. Die Bäume auf der gegenüberliegenden Straßenseite konnte ich von meinem Zimmer aus sehen. Anders als der Straßenname vermuten lässt, handelt es sich um Ahorn. Später wurden auf der rechten Seite ein weiteres Haus sowie der Bahndamm für die ‘Schipchenbahn’ Richtung Finsterwalde errichtet.

Rudolf Sufa sind die Linden ebenfalls in bester Erinnerung: „Rechts ist hinter der Toreinfahrt ein Hof, wo Handwerkern Geräte abstellen. Oben sind Wohnungen. Daneben war ein kleiner Laden, dessen Name mir entfallen ist. Links war eine Fleischerei, rechts eine Bäckerei. Am hinteren Teil der Kopfsteinpflasterstraße (nicht mehr im Bild) war die Eisenbahnbrücke für die Strecke nach Finsterwalde. Ganz am Ende der Lindenstraße ist die Mittelstraße. Davor rechts war der Kindergarten, in den auch meine beiden Kinder gingen, als wir noch arbeiten mussten.“

Auch Hilde Exeners Kinder besuchten den BKK-Kindergarten. Sie schreibt: „Es war nicht einfach, einen Platz in diesem schönen Kindergarten zu bekommen. Ich hatte das große Glück, meiner Mutter hier eine schöne Wohnung zu beschaffen. Sie wohnte zuvor allein in Mecklenburg. Meine Arbeitsstelle war das nahe Rationalisierungswerk.“

Siegfried Biallas erinnert sich: „Bis in die 1920er Jahre hieß diese Straße Sauoer Straße. Nach dem Dorf Sauo. 1971 abgebaggert, ging der sogenannte Kirchweg über das Millionenviertel bis in die Lindenstraße. In der Sauoer Straße wohnte ein Senftenberger Stadtrat. Ihm gefiel der Straßenname nicht undn er setzte die Umbenennung durch. Meine Schwiegermutter Pauline Dahlmann, Hebamme in Sauo, hat mir dies erzählt. Sie war des Öfteren in der Straße, weil ihr Schwager, Schuhmachermeister Emil Dahlmann, in Nr. 22 ein Schuhgeschäft mit Werkstatt hatte. Sein Haus wurde 1908 erbaut. Das erste Haus rechts auf dem Bild war früher Kaufmann Rietschel, Spezialist für Sämereien, der später in die Schloßstraße zog. Nach Rietschel folgten weitere Geschäftsinhaber. In den Häusern darauf folgen verschiedene Eigentümer wie Josef Kedzirski (Baugeschäft), der später die Calauer Straße baute.“

„Schade, dass die Linden nicht mehr leben“, trauert Eleonore Miersch. „Als Nicht-Senftenberger habe ich diese Straße öfter befahren. Jahrzehntelang! Wegen der Tierarzt-Praxis. Unsere Hunde waren und sind Patienten dieser Praxis vorn rechts im Bild. Die abgebildeten Vorgärten gibt es nicht mehr. Das jetzige Straßenpflaster hier scheint mindestens aus der Zeit der Foto-Aufnahme zu stammen. Die Straße zu befahren, bedarf gewisser Gelassenheit und Robustheit des Fahrzeuges. Auf alle Fälle gehört diese Straße als Urgestein unbedingt zu Senftenberg.“

Auch Elke Lehmann, Dieter Probst, Hagen Philipp und andere Leserinnen und Leser erkannten die Lindenstraße.

Das gerahmte Künstlerbild vom Marktplatz gewinnt diesmal Siegfried Biallas.

 

Herzlichen Glückwunsch!


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