
„Piccolo“ zeigt die Biker-Farce „Monster“ für junge Leute ab 14 Jahren.
Cottbus (hnr.) Die Situation spitzt sich zu. Maria haust mit ihrem Vater in vermüllter Bude. Sie hat Träume und hat gelernt, mit den Monstern im Flur (der Erinnerung an das Motorrad, mit dem die Mutter in den Tod raste) und der nicht heilbaren Multiplen Sklerose (MS) des Vaters zu leben. Pizzen machen satt, „Gras“ lindert das Leiden. Man kommt klar auf dem Glatteis, das Leben heißt, tanzt (klasse Choreographie!) den Makkaroni-Song und verkraftet sogar diesen spätpubertären Erik, dem Maria öffentlich „einen blasen“ soll. Erst unter der Dame vom Jugendamt, die in der verkeimten Wohnung auftaucht und vom längst erblindeten Vater Formulare ausfüllen lässt, droht das Eis zu bersten…
Der Schotte David Greig hat ein Stück an den Grenzen des Seins geschrieben, René Linke (Regie) lässt es knüllen und immer wieder von den Schauspielern in teils wechselnden Rollen kommentieren. Viele Gags kommen aus der einfachen Ausstattung und der gestenreichen Spielfreude.
Maria Schneider spielt das selbstbewusste Mädchen so glaubhaft, dass sie mitunter wirklich kurzsichtig und irgendwie in ihrem Blümchenkleid gefangen wirkt. Stark auch der zurückhaltende, hinreichend knurrige Vater von Werner Bauer, der sich seiner tragischen Situation ergeben hat. Erik Born explodiert als TV-Moderator, trottelt dann unbeholfen in einen Fast-Flirt. Schön, Cornelia Jahr hier wieder auf der Bühne zu sehen mit einer Amtsperson, die ihren Job eben grad so ab-
wickelt. Als Fee hingegen weiß sie um ihre Lenkungskraft.
Das Stück kribbelt, wird provokant und professionell umgesetzt. Dass wir es sehr schlecht besucht erlebten, mag an der Spielzeit vormittags 10 Uhr liegen. Nur Schulschwänzer könnten da im Theater sein. Oder eben Schulklassen. Die hätten viel davon. „Monster“ lohnt sich.
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