
Die Pickelhauben waren schon ausgemustert :
Hans-J. Pohl aus Großräschen und Dieter Probst aus Senftenberg tippen auf B), auch Siegfried Jeske ist sich sicher. Er mailt: „Als ich das Foto sah, wusste ich sofort, dass es die Ilse Werksfeuerwehr war. Wenn ich mich recht erinnere, hatte sie ihr Domizil in der Nähe der Hauptverwaltung und der ehemaligen Ziegelei I. Ich war zu dieser Zeit etwa fünf Jahre alt. Ich habe bei der IBA Schmied gelernt. Nun ist an dieser Stelle ein riesengroßes Loch, doch die Erinnerungen bleiben. Das Foto ist mir irgendwie auch in Erinnerung, ich habe es schon einmal gesehen. Da der Computer mein ‘Lieblingsspielzeug’ ist, dachte ich mir, ich schicke einfach eine Mail. Gedacht, getan – hier ist sie.“
Heinz Miersch aus Senftenberg notiert zur Lösung: „Ich war selbst einige Jahre in der Feuerwehr Freienhufen tätig.“
Ausführlich schreibt uns Hemlmut Stephan aus Großräschen zu diesem Bild: „Das Bild fällt in die Zeit, in der in Deutschland die Nazidiktatur herschte. Die Feuerwehrleute tragen als Kopfbedeckung nicht mehr die traditionelle Pickelhaube, sondern den Stahlhelm in neuer Form gegenüber dem Helm des Ersten Weltkrieges. Während dieser Zeit nannte sich die Berufswehr ‘Feuerschutzpolizei’ und war der Schutzpolizei unterstellt. So ähnlich war es auch in der DDR. Da war die Berufsfeuerwehr eine Abteilung der Deutschen Volkspolizei. Die Fahrzeuge sind noch älteren Typs und stammen etwa aus den 1920er-Jahren. Beim Feuerwehrauto links im Bild ist noch der alte Fahrtrichtungsanzeiger (Pfeil nach unten zeigend) zu erkennen. Zeigte der Pfeil nachoben, war Geradeausfahrt erkennbar. Pfeil nach rechts – Rechtsabbiegen und Pfeil nach links bedeutete Linksabbiegen. Diese Fahrtrichtungsanzeige war nur an der linken Fahrzeugseite angebracht. In den 1930er-Jahren gab es als Fahrtrichtungsanzeige die Winker, an jeder Fahrzeugseite montiert. Solch eine Einrichtung ist am Fahrzeug in der Bildmitte zu erkennen. Bei größeren Fahrzeugen wie Lkw, Omnibusse und so weiter zeigte der Winker in Form einer Kelle durch rhythmische Auf- und Abwärtsbewegung die beabsichtigte Fahrtrichtungsänderung an. Kleinere Fahrzeuge (Pkw und andere) hatten dagegen Winker in Form eines Zeigers ohne Auf- und Abwärtsbewegung. In den 1950er-Jahren löste das heute übliche Blinklicht den Winker ab.“
Heinz Miersch legte seiner Lösung noch einen Ausschnitt aus einer Zeitung über Werksfeuerwehren bei, der Details der Ausstattung der Ilse-Werkfeuerwehr beschreibt. Darin heißt es: „Zur Sicherung des Lebens und der Gesundheit der Gefolgschaften und zum Schutz der Betriebe gegen Feuer und sonstige Betriebskatastrophen hat die Ilse mannigfache Einrichtungen getroffen. Schon vor Jahrzehnten hat sie auf allen Werken die Freiwilligen Werksfeuerwehren, in denen Arbeiter und Angestellte gemeinschaftlichen Dienst verrichteten, ins Leben gerufen. Jedes Werk besitzt einen Löschzug von 50 bis 60 Mann, der nach dem Muster der Berufsfeuerwehren ausgerüstet und ausgebildet ist. Die Löschzüge sind mit Mannschaftskraftwagen, Motorspritzen, mechanischen Leitern,
Luftschaumspritzen, Komet-Schaumrohren, Schaumgeneratoren, Gasmasken und anderen modernen Geräten ausgerüstet. Der Löschzug Grube Ilse hat dazu noch einen Rüstwagen für Katastrophenschutz. So ausgestattet, bilden die Feuerwehren einen Schutz gegen Brände und Überschwemmungen nicht nur innerhalb der Werksanlagen und Werkssiedlungen, sondern auch für die benachbarten Gemeinden.
Ferner ist auf der Ilse eine Rettungsstelle mit Gasübungshaus für die Grubenwehren und Sanitätskolonnen eingerichtet … Dräger-Gasschutzgeräte, Auer-Dagea-Masken, Gräger-Pulmotoren, Inhabad-Wiederbelebungsapparate uws. stehen in ausreichender Menge bereit.“
Vielen Dank allen Rätselfreunden, besonders für die vielen Details. Ein Bild gewinnt Heinz Miersch aus Großräschen. Herzlichen Glückwunsch!
















Schreibe einen Kommentar