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Altes Forst: Aus der Tuchfabrik ist mit einigen Anbauten das Kreishaus geworden!

Bilder aus dem alten Forst (Lausitz) | Von | 25. März 2006

Tuchfabrik

Die ehemalige Tuchfabrik Robert Cattien beherbergt heute die Forster Kreisverwaltung.

Welch ein Kapitel Forster Geschichte! Wo heute die Kreisverwaltung ihre Entscheidungen trifft, und der Kreistag mit dem Landrat die Geschicke des Landkreises Spree-Neiße lenkt, stellten einst hunderte Arbeitnehmer Forster Tücher her. Der Nutzungswandel der ehemaligen Fabrik Robert Cattien ist ein gelungenes Beispiel der Umnutzung alter Industriegemäuer. Leider nicht alltäglich, sieht man sich in der Umgebung um, in der seit Jahren leere Fenster zur Stadt blicken. Der für Forst typische Industriebau des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts prägt das Stadtbild bis heute und hat seinen Ursprung in England. Die typischerweise in Backstein errichteten Gebäude wurden zum Inbegriff des Aufschwunges, darunter fiel auch die Errichtung der Fabrik Cattien um 1889. Mit einer Produktion von knapp 20 Millionen Metern Tuch und einer Einwohnerzahl von 44 000 Menschen erreichte Forst Ende der dreißiger Jahre seinen Höhepunkt in der wirtschaftlichen Entwicklung.
Veraltete Maschinen
Mit der Besetzung durch die Rote Armee und Gründung der DDR wurde auch die Fabrik Cattien verstaatlicht. Helmut Beyer schreibt, dass aber bis 1985 im VEB die alten Maschinen weiter betrieben wurden, teilweise sehr alte Zwirnmaschinen und museumsreife Webstühle. Dafür waren im Boden tausende Meter an Elektroleitungen nötig. Erst Mitte der 80er-Jahre kamen endlich neue Spulfachmaschinen aus Belgien und Zwirnmaschinen aus Frankreich zum Einsatz. Leider nicht lange, denn schon kurz nach der Wende wurde die Produktion im gesamten Stadtgebiet (fast) eingestellt.
Verwaltungsstandort
Glück hatte das Gebäude, als Forst 1993 zur Kreisstadt des Kreises Spree-Neiße erkoren wurde und durch die Zusammenschluss der vier Altkreise eine gut funktionierende Verwaltung in einem modernen Verwaltungsgebäude gebraucht wurde. Die Möglichkeit, ein altes Fabrikgebäude so umzunutzen, war eine einzigartige Chance für die Stadt, die leider nur wenige Fabriken teilen konnten.
Planungen für die nahgelegene Pürschel-Fabrik zeigen, dass sich auch in Zukunft noch Hoffnung auf eine ähnliche Entwicklung für einzelne Gebäude gibt.
Doch hunderte Fenster werden für immer leer bleiben.

Weitere Beiträge über das historische Forst und das Umland finden Sie hier!



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