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Großes geschafft: Vor allem zählt unser starker Industriestandort

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Großes geschafft: Vor allem zählt unser starker Industriestandort

3. Oktober 2010 | Von | Kategorie: Spremberg |

Bürgermeister Klaus-Peter Schulze zu 20 Jahren deutsche Einheit

Großes geschafft: Vor allem zählt unser starker Industriestandort

Dr. Klaus-Peter Schulze wurde am 3. Juli 1954 in Döbern geboren

Region. Sonntag jährt sich die deutsche Einheit zum 20. Mal. Am 9. November 1989 fiel die Mauer; im April 1990 gründete sich die erste und letzte frei gewählte Regierung der DDR, um sich bald selbst überflüssig zu machen. Am 20. September 1990 stimmten die Volkskammer der DDR und der Deutsche Bundestag dem Einigungsvertrag zu. Am 3. Oktober 1990 wurde die Einheit vollzogen.
Herr Dr. Schulze, wie haben Sie jenen 9. November erlebt?
Dr. SCHULZE: Ich hatte Hausdienst und meine Frau Spätdienst. Es lag eine Spannung in der Luft und das es zu Veränderungen kommen würde, war für mich angesichts der Demonstrationen absehbar. (am 28. Oktober 1989 fand die erste friedliche Demonstration in Spremberg statt). Die friedliche Maueröffnung war dann eine Erleichterung.
Und wie den 3. Oktober 1990?
Die Einheitsfeier habe ich im Schweizergarten erlebt. Bei super Stimmung habe ich meine Mutter in der Wirtschaft unterstützt.
Zu dieser Zeit war ich Amtsleiter für Umwelt und Landwirtschaft. Es waren turbulente Zeiten. Ich habe geholfen, eine neue Verwaltung aufzubauen. Vieles wurde in den Wendetagen unbürokratisch mit gesundem Menschenverstand entschieden. Unser Partnerkreis hat uns unterstützt. Leider mussten sich auch viele Mitarbeiter beruflich neu orientieren.
Am 5. Dezember 1993 gab es erneut Kommunalwahlen. Einen Tag später wurde der Kreis Spremberg Teil des Landkreises Spree-Neiße. Als Aufbauleiter verantwortete ich das neue Bau- und Umweltamt. Später bewarb ich mich als Dezernent.
Heute erscheint Spremberg als „blühende Landschaft“. Wann und durch welche Ereignisse kam der „Knackpunkt“ für den neuen Trend?
Blühende Landschaft klingt hochtrabend; wir sind gut aufgestellt, haben aber auch noch viel zu tun.
Knackpunkt war Schwarze Pumpe. Den industriellen Kern der Lausitz zu erhalten war entscheidend. Einen wichtigen Impuls gaben die ESPAG und VEAG mit der Entscheidung zum Kraftwerksneubau. Die Industrielandschaft (wenn auch mit deutlich reduziertem Personal) ist erhalten geblieben und die Region wurde nicht deindustrialisiert. Unser Alt-Bürgermeister Egon Wochatz hat sich hier mit seinen Mitarbeitern sehr verdient gemacht.
Worauf sind Sie besonders stolz?
Dass wir in der Region einen enormen Strukturwandel geschafft haben und dass sich Spremberg und die Umgebung wieder zur „Perle der Lausitz“ mit einem attraktiven Industriestandort entwickelt.
Was blieb (noch) auf der Strecke; was würden Sie, einige Jahre rückblickend, anders machen?
An vielen Stellen haben uns die Erfahrungen im Umgang mit den neuen Gesetzen gefehlt. Auch die künftige wirtschaftliche und demographische Entwicklung hatten wir falsch eingeschätzt. Beispielhaft sind hier Fehlentscheidungen in Abwasserkonzepten und beim Kläranlagenbau.
Wir müssen uns auch noch mehr um die Nachnutzung von Industriebranchen kümmern.
Wie fühlen sich heute die Bürger: als Bundesbürger, Brandenburger, Preußen oder als DDR-Bürger, die unterwegs sind?
Als erstes Spremberger. Dann als Brandenburger und Bundesbürger. Als Preuße denke ich weniger. Das Gefühl als Brandenburger und Bundesbürger muss erst wachsen, da es die Länder in dieser Form lange nicht gab.
Ist am 3. Oktober zusammengewachsen, was zusammen gehört?
Knifflige Frage. Beide Teile von Deutschland sind, bedingt durch die Siegermächte, unterschiedliche Wege gegangen und haben sich unterschiedlich entwickelt. Trotzdem gehören wir zusammen auch in den jetzigen Grenzen. Das Zusammenwachsen wird dauern, aber das ist nicht besonders dramatisch.
Auf einer Skala des Zusammenwachsens von 0 bis 100 – wo steht die deutsche Einheit heute?
Ich denke dass wir gut die Hälfte des Weges geschafft haben. 60 bis 70 Prozent etwa.
Die erste Generation ohne eigene Erinnerung an die Teilung tritt ins Berufsleben. Ohne Ost-West-Konflikt. Ist die Einheit eine Generationenfrage?
Ja. Ich sehe das deutlich bei meinen Kindern. Der Ältere ist 30, der Jüngere kam am 14. Juli 1990. Beiden ist das geeinte Deutschland selbstverständlich.
Ältere verbinden mit der DDR noch persönliche Erlebnisse. Für mich sind Erinnerungen auch immer eine Bereicherung.
Was wünschen Sie sich für die Stadt zum 25. Jahrestag der Einheit?
Dass sich die Stadt weiterhin positiv entwickelt liegt mit sehr am Herzen. Ich wünsche mir, dass Projekte wie die Ortsdurchfahrt B 156, der Bahnhofsvorplatz, die Gestaltung des Festplatzes, des Busbahnhofes und des Bahnhofsvorplatz erfolgreich umgesetzt werden, und natürlich, dass das Kupferbergwerk Konturen annimmt.
Wie verbringen Sie – abgesehen von der Festveranstaltung – den 3. Oktober?
Wir feiern in den 3. Oktober hinein, da ein Geburtstag in der Familie ansteht. Nach der Eröffnung des Bürgerfests bereite ich mich auf die Investitionsmesse EXPO REAL in München vor, die tags darauf startet.
Trotzdem möchte ich die Gelegenheit nutzen, alle Spremberger und Gäste herzlich zum Bürgerfest, welches unsere Vereine organisieren, einzuladen.
Vielen Dank.
Das Gespräch führte Frank Heinrich




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