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Die Vogelsiedlung feiert 100 Jahre

Bilder aus dem alten Cottbus | Von | 15. September 2023

Im Striesower Weg spielen dazu am Sonntag die Fidelen Gaglower zum Frühschoppen.

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Ein typisches Doppelhaus in der Cottbuser Vogelsiedlung. Es ist das Elternhaus unserer Leserin Elke Ullmann-Eschenburg, die in der ersten der nebenan stehenden Zuschriften ganz spannend über das frühere und heutige Leben in dieser Siedlung erzählt.

Auf den Punkt genau kam unser Rätselmotiv diesmal, denn die gesuchte Siedlung feiert an diesem Wochenende ihr hundertjähriges Jubiläum. Unser Leser Gunnar Kurth hat diesen „Zufall“ inszeniert, und viele Leser haben sich sehr darüber gefreut. Dazu gehört auch Elke Ullmann-Eschenburg. Sie schreibt: „Natürlich handelt es sich bei dem Bild um die Vogelsiedlung (früher auch Windmühlensiedlung genannt), in die meine Eltern mit uns damals vier Kindern 1965 zogen. Dann, 1969, wurde meine jüngste Schwester hier hineingeboren. Ich war damals im September 1965 vier Jahre alt. Meine Familie wohnt hier bis heute im Finkenweg. In diesem Jahr feiern wir am Wochenende 16./17. September das 100jährige Bestehen unserer Siedlung.
Ich habe sehr schöne Erinnerungen an meine Kinder- und Jugendzeit, an den Alltag hier. Lebten wir doch einerseits wie auf dem Lande mit Garten, Tieren und gleich der Wald Richtung Norden zum Spielen und hatten andererseits nur vier Busstationen bis ‘in die Stadt’. Musikschule, Kinderchor und Gemeindearbeit in der Klosterkirche – alles wurde mit Bus oder Fahrrad bewältigt. Es hieß dann immer ‘wir fahren übers Feld’, was nicht ungefährlich war, denn es war die Einflugschneise des total Radau machenden Flugplatzes mit den russischen Kampffliegern. Dienstags, donnerstags und samstags ein Höllenlärm, der schon in der Nacht begann. Da war es manchmal nicht einfach in der Schule mitzukommen, total unausgeschlafen.
2007 haben mein Mann und ich die sanierungsbedürftige Doppelhaushälfte in ein Zweigenerationenhaus umgebaut und ich (Tochter) wohne nun wieder seitdem bei/mit meinen Eltern in meinem Elternhaus. Mein Vater konnte 89jährig im vorigen Jahr hier, nach langer Krankheit, von uns gepflegt, seine Augen für immer schließen. Das, was er sich als Flüchtling und Vertriebener aus seiner schlesischen Heimat immer gewünscht hat. Die Vertreibung hatte ihn zeitlebens traumatisiert, er hatte viel Heimweh. Anbei ein Foto unseres Hauses aus den 60er Jahren. Wann genau, weiß ich nicht. Gern erzähle ich mehr, wenn gewünscht… Herzliche Grüße.“
Vielen Dank. Sicher findet sich zu weiteren Erzählungen unter Nachbarn und mit Besuchern beim Fest vielfache Gelegenheit. Edmund Poßack schreibt aus Groß-Gaglow, also der anderen Cottbuser Himmelsrichtung: „Als aufmerksamer Leser Ihrer Zeitung und Rätsellöser melde ich mich diesmal wieder zu Wort. Wir haben es hier mit der Vogelsiedlung zu tun. Ich bin mir da ziemlich sicher. Denn als Mitglied der Blaskapelle ‘Fidele Gaglower’ spiele ich am kommenden Sonntag zum 100. Bestehen der Siedlergemeinschaft Vogelsiedlung. Die Fidelen Gaglower sind die Blaskapelle des Gaglower Karnevalvereins und spielen schon seit vielen Jahren immer in der dortigen ‘Meisenschänke’. Wir sind eine Truppe von neun Musikern und existieren schon seit 1990. Unser derzeitiger Chef ist Andreas Rogazc aus Cottbus. Wir würden uns freuen, wenn wir recht viele Zuhörer dort begrüßen könnten. Wir beginnen um 10 Uhr zum Frühschoppen im Striesower Weg und hoffen auf schönes Wetter.“
„Liebe Grüße“ kommen auch von Familie Rybarczyk aus dem Ernst-Heilmann-Weg: „Auf diesem Bild erkennen wir Lösung B in Cottbus, das Haus Ernst-Heilmann-Weg 23 und 24, weil wir in dritter Generation in diesem Haus wohnen. Es wurde 1923 erbaut und war eines der ersten Häuser in der Windmühlensiedlung, der jetzigen Vogelsiedlung. Das 100jährige Jubiläum findet am 16. und 17. September statt. Anbei zwei Bilder von unserem Haus.“ .
Frank Irmer aus der Cottbuser Philipp-Melanchthon-Straße erklärt: „Der Haustyp brachte mich auf die Spur. Das Haus gehört nach Cottbus zur Vogelsiedlung. Meine Urgroßeltern hatten im Striesower Weg den gleichen Typ. Sie wohnten dort seit 1923 mit Gründung der Siedlervereinigung als eingeschriebener Verein, bis 1972. Ich habe schöne Kindheitserinnerungen an diese Zeit, denn es gehörte auch ein Großer Garten mit Hühnern und Kaninchen zum Grundstück. Ab 1966 hatten die Siedler dann ‘einen Vogel’. Es wurde das Vereinsheim ‘Zur Meise’ eröffnet. In diesem Jahr begeht die Siedlervereinigung Cottbus Nord 1923 e.V. ihr 100jähriges Bestehen. Weiter so!“
Renate Seiler mailt: „Es ist die Vogelsiedlung in Cottbus, in der alle Straßen Vogelnamen tragen. Die meisten Vögel hatte dort Schuhmachermeister Fritz Hannusch, der zu den Mitgründern der Cottbuser Handwerkskammer gehörte. Er hatte seine Werkstatt in der Amalienstraße, lebt aber schon lange nicht mehr. Gewohnt hat er im Meisenweg, wo auch seine Volieren standen. Und weil das so passte, hat er es auch eingerichtet, dass die monatlichen Versammlungen des Ziergeflügel- und Exotenzüchter in der ‘Meise’ stattfanden. Auch die Jahresfeiern der Vogelfreunde fanden in diesem schönen Siedlerheim statt. So machte der Schuhmacher dem Namen der Siedlung alle Ehre. Die legendären Ausstellungen der Cottbuser Exotenzüchter unter Leitung von Fritz Hannusch fanden allerdings nicht hier, sondern im Haus der Pioniere (jetzt Familienhaus, d. Red.) statt. Da waren dann nicht nur Meisen und Finken und Schwalben (so die Straßennamen in der Siedlung) präsent, sondern Prachtfinken und Krummschnäbel aus Australien und Südamerika. Die Veranstaltungen waren immer sehr gut besucht.“
S. Sachse vermerkt: Es hat im Bereich des Heilmann-Weges mal eine Windmühle gestanden. Es gibt davon undeutliche Bilder. Jedenfalls hieß die Siedlung dann Windmühlensiedlung. Wie daraus die ganze Vogelschar wurde, weiß ich nicht. Sehr gut kann ich mich noch an die Konsum-Verkaufsstelle erinnern, die am Eingang zur Siedlung vorn an der Sielower Straße war. Hier wurde man freundlich bedient und bekam manchmal Dinge, die es anderswo nicht gab.“

Weitere Beiträge über das historische Cottbus finden Sie hier!



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