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„Auftragsnot ist nicht das Thema“

20. Oktober 2017 | Von | Kategorie: Region |

Stimmungslage im Lausitzer Handwerk ist so gut wie noch nie / Große Herausforderungen anpacken.

Region (mk). Die Stimmungslage im Südbrandenburger Handwerk präsentiert Knut Deutscher, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Cottbus, gerne. Von Jahr zu Jahr nähert sich dieses Barometer der 100-Prozentmarke. Im Ausbaugewerbe konnte dieser Spitzenwert bei der Zufriedenheit der Unternehmer erstmals im Konjunkturbericht seinen Niederschlag finden. Insgesamt bewerten 96,3 Prozent der Unternehmen ihre Geschäftslage mit gut oder zufriedenstellend. Ebenso viele blicken optimistisch in die Zukunft. „Auftragsnot ist nicht das Thema“, sagt Knut Deutscher. Die Betriebsauslastung liegt im Schnitt bei rund 90 Prozent.
Zurücklehnen kann sich die Handwerkskammer nicht, betont der Hauptgeschäftsführer. Im Gegenteil: Auf die Unternehmen warten große Herausforderungen. Eines ist das Finden von Nachfolgern. In Südbrandenburg stehen 2500 von 9 873 Unternehmen vor einer Nachfolgeregelung. Das betrifft mehr als 10 000 Arbeitsplätze. Diese Ungewissheit in der Unternehmensführung sorgt auch für eine Zurückhaltung bei den Investitionen. Weitere Herausforderungen sind der Strukturwandel in der Region, die Kostensteigerung bei Energie, Personal und Rohstoffen, der demografische Wandel und die Digitalisierung. Letztere soll die Produktivität steigern und zu Kostenersparnissen führen. Damit das Wort „Digitalisierung“ keine leere Worthülse bleibt, kümmert sich die Handwerkskammer Cottbus in ganz besonderem Maße um dieses Thema. So wird am14. November das Zentrum für Digitalisierung der Planungs- und Bauwirtschaft im Handwerk in Großräschen eröffnet. Der Fachkräftemangel und die gute Auftragslage im Handwerk führen zudem dazu, dass Auftraggeber mit längeren Wartezeichen rechnen müssen.
Leichte Zugewinne gibt es indes bei den Ausbildungszahlen. Hier haben mit Stichtag 30. September dieses Jahres 735 junge Menschen eine Lehre im Südbrandenburger Handwerk begonnen. Trotz diesem Zuwachs erklärt Knut Deutscher: „Mit neun Dachdeckern für den ganzen Süden des Landes können wir uns nicht zufriedengeben“.




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