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Kommentar: Im Gespräch

Kommentare | Von | 28. Oktober 2022

Welch ein Herbst! Zumindest die Wettergottheiten sind unseren Berliner Gottgleichen gewogen. Die Sonne liefert Strom (wenn auch wenig, weil die Tage schon kurz sind), die großen Mühlen geben etwas dazu (wenn auch wenig, weil der Wind nicht mal die Blätter von den Bäumen reißt), das Kraftwerk Jänschwalde schafft mit wieder allen sechs Blöcken die Grundsicherung und die ungewöhnlich milden Temperaturen dämpfen (vorerst) alle Angst wegen der Heizkosten. Seit Politik Grün-Rot (also nicht einmal mehr Rot-Grün) stattfindet und Gelb nur noch für giftige Eifersucht steht, hockt das Thema Klima auf der Besucherbank. Es stört nur im guten Kriegsgeschäft. Denn Krieg ist, weiß schon jedes Kind, der übelste aller Klimakiller. Wer Raketen schießt, spricht besser nicht über CO2-Ausstoß.
Welch ein Herbst! Solche Themen!
Sie lassen sich nicht wegschieben in den kommenden Wochen, so wie die Proteste landauf und landab nicht aufhören werden. Sie bringen das große Unheil – gewollt oder nicht – auch auf all unsere Lausitzer Straßen als eine Herausforderung für die Kommunalpolitik. Sie darf Gespräche, auch zornige, nicht verhindern, sondern muss sie ermöglichen. Ohne Gespräche, möglichst gute, hat sich bisher noch kein Konflikt friedlich gelöst. Aber sind “Gespräche” auf der Straße überhaupt möglich und zielführend? Die Ereignisse vor gut 30 Jahren haben im deutschen Osten gezeigt, dass sie es erst wurden, als die bedrohliche Polizeipräsenz zurückgenommen ward. Dann gingen tatsächlich deutliche Impulse von den Demonstrationen aus.
Die wichtigste Aufgabe für besorgte und zur Sorge bereite Menschen bleibt in diesem Herbst, das Gespräch zu ermöglichen. Wer gegen Krieg und Diplomatieverweigerung protestiert, ist nicht oder höchst selten „Rechts”. Es läuft die Mitte Sturm gegen den Untergang der materiellen, aber auch der Werte des Miteinanders in dieser Gesellschaft. Möge der Herbst mild bleiben für diesen Dialog. J.H.

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